Soundcore Liberty 5
Soundcore

Soundcore Liberty 5 im Test 2026: Guter Klang mit LDAC, aber die Konkurrenz schläft nicht

7.9/10
⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐
Design7.5/10
Leistung7.8/10
Akku8.0/10
Preis/Leistung8.2/10

Einleitung

Anker hat mit der Marke Soundcore in den letzten Jahren bewiesen, dass guter Klang nicht zwingend dreistellige Beträge kosten muss. Mit den Liberty 5 versucht der Hersteller nun, in die Preisregion um 100 Euro vorzustoßen und dort etablierten Marken wie Sony, Jabra oder Samsung Paroli zu bieten. Das Versprechen klingt verlockend: LDAC-Unterstützung für hochauflösendes Audio, adaptives Noise-Cancelling und eine Gesamtlaufzeit von 40 Stunden. Wir haben die In-Ears drei Wochen lang im Alltag getestet – auf dem Weg zur Arbeit in der U-Bahn, beim Sport, in Videocalls und bei langen Hörsessions zu Hause.

Was uns direkt überrascht hat: Die Liberty 5 klingen tatsächlich deutlich erwachsener als die günstigeren Modelle aus dem Soundcore-Portfolio. Der Bass dröhnt nicht mehr penetrant wie bei den Liberty 4, die Mitten sind präsenter. Gleichzeitig zeigten sich im Test aber auch Schwächen, die in dieser Preisklasse nicht sein müssten. Die Bedienung über Touchflächen reagiert manchmal verzögert, und die App wirkt überladen. Für knapp 100 Euro muss man sich die Frage stellen: Reicht das, um gegen die Konkurrenz zu bestehen?

Design und Verarbeitung

Die Liberty 5 kommen in einem kompakten Ladecase, das mit 52 Gramm spürbar leichter ist als das der Sony WF-1000XM5 (etwa 59 Gramm). Das Case besteht aus mattem Kunststoff, der sich wertig anfühlt und keine Fingerabdrücke sammelt. Der Deckel schließt mit einem satten Klick, hier gibt es nichts zu wackeln. Im Inneren sitzen die Earbuds magnetisch in ihren Aussparungen – das Einsetzen klappt auch blind problemlos. Was uns weniger gefällt: Das Case ist oval und recht hoch, in engen Jeans-Hosentaschen drückt es unangenehm.

Die Earbuds selbst wiegen je 5,8 Gramm und liegen damit im üblichen Rahmen. Soundcore setzt auf ein klassisches Stiel-Design wie bei AirPods Pro, allerdings sind die Stiele etwas kürzer. Die Verarbeitung ist sauber, Spaltmaße sind gleichmäßig, nichts knarzt. Anker liefert fünf Paar Silikon-Ohreinsätze mit, darunter auch ungewöhnlich kleine Größen – gut für Nutzer mit schmalen Gehörgängen. Wir haben die mittlere Größe verwendet und mussten die Earbuds während des Tests nie nachdrücken, auch nicht beim Joggen.

Die Touchflächen an den Außenseiten reagieren auf Tipp- und Wischgesten. Hier beginnen allerdings die Probleme: Die Flächen sind nicht deutlich markiert, man muss die richtige Stelle erst ertasten. Beim Versuch, die Lautstärke zu erhöhen (Wischen nach oben), haben wir mehrfach versehentlich das ANC umgeschaltet. Nach einer Woche gewöhnt man sich daran, aber intuitiv ist anders. Jabras Elite 8 Active lösen das mit physischen Tasten besser.

Die IPX4-Zertifizierung bedeutet Schutz gegen Spritzwasser – für Workouts ausreichend, im Regen sollte man aber vorsichtig sein. Die Beschichtung fühlt sich glatt an und sammelt nach ein paar Tagen Ohrenschmalz-Rückstände, die sich nur mit einem feuchten Tuch entfernen lassen. Ein kleines Detail: Die LED am Case leuchtet beim Öffnen auf und zeigt den Ladezustand an – praktisch, aber die Farben (grün, gelb, rot) sind bei Tageslicht kaum zu unterscheiden.

Display

In-Ear-Kopfhörer haben naturgemäß kein Display. Die Bedienung erfolgt über die Touchflächen an den Earbuds und die Soundcore-App auf dem Smartphone. Die App zeigt den Akkustand beider Ohrhörer und des Cases in Prozent an, was präziser ist als die Drei-Stufen-Anzeige vieler Konkurrenten. Das Interface der App ist hell gehalten mit viel Weiß und türkisen Akzenten – im Dunkeln blendet das deutlich, ein echter Dark Mode fehlt.

Die Darstellung in der App ist übersichtlich strukturiert, wirkt aber überladen. Auf dem Hauptbildschirm drängen sich Akkuanzeige, ANC-Steuerung, EQ-Vorschläge und Firmware-Hinweise. Bei direkter Sonneneinstrahlung auf dem Smartphone-Display sind die türkisen Buttons schwer zu erkennen, hier hätte Soundcore mit höherem Kontrast arbeiten sollen. Die Reaktionszeit der App ist in Ordnung, zwischen ANC-Modi wechseln dauert etwa eine Sekunde.

Was uns aufgefallen ist: Die App zeigt penetrant Werbung für andere Soundcore-Produkte an. Nach jedem Update erscheint ein Vollbild-Banner für neue Lautsprecher oder Powerbanks. Das wirkt unseriös und stört den Workflow. Sennheiser und Sony verzichten in dieser Preisklasse komplett auf solche Praktiken. Positiv dagegen: Die Firmware-Updates laufen stabil und dauern etwa acht Minuten. Während des Updates kann man die Kopfhörer nicht nutzen – hier sollte man sich Zeit nehmen.

Leistung im Alltag

Die Bluetooth-Verbindung zu unserem Samsung Galaxy S24 und iPhone 15 war im Test stabil. Nach dem initialen Pairing verbinden sich die Liberty 5 innerhalb von zwei Sekunden automatisch, sobald man das Case öffnet. Multipoint-Verbindung zu zwei Geräten gleichzeitig funktioniert, aber mit Einschränkungen: Der Wechsel zwischen Laptop und Smartphone dauert etwa vier Sekunden, in denen die Wiedergabe hängt. Sonys XM5 schaffen das nahtloser.

Die Reichweite beträgt laut Anker 10 Meter – in der Praxis konnten wir das Smartphone in der Küche lassen und uns frei in der 80-Quadratmeter-Wohnung bewegen, ohne Aussetzer. Nur durch zwei dicke Betonwände hindurch ruckelte die Verbindung kurz. Im überfüllten Pendlerzug während der Rushhour hatten wir keine Verbindungsprobleme, was nicht selbstverständlich ist. Günstigere True-Wireless-Kopfhörer leiden dort oft unter Interferenzen.

Die Touch-Bedienung reagiert wie erwähnt manchmal verzögert. Beim doppelten Antippen zum Pausieren verging im Test gelegentlich eine halbe Sekunde, bevor die Musik stoppte. Das ist kein Drama, fühlt sich aber weniger präzise an als bei Apples AirPods Pro. Besonders nervig: Die Wischgesten für Lautstärke funktionieren nur zuverlässig, wenn man recht langsam und bewusst wischt. Schnelle Gesten werden oft als Tipp interpretiert.

Im Videocall über Microsoft Teams und Zoom war die Mikrofonqualität ordentlich. Unsere Gesprächspartner verstanden uns klar, bemerkten aber in ruhiger Umgebung einen leicht blechernen Klang. Bei Wind draußen half die KI-Geräuschunterdrückung der Liberty 5 spürbar – Windgeräusche wurden deutlich reduziert, allerdings klingt die Stimme dann etwas komprimiert. Für gelegentliche Telefonate reicht das, für stundenlange Videokonferenzen würden wir ein Headset mit Bügelmikrofon bevorzugen.

Einen Alltagstest haben die Liberty 5 mit Bravour bestanden: Nach dem Joggen mit Schweißbildung steckten wir sie direkt ins Case – keine Korrosion, keine Funktionsstörungen. Die IPX4-Zertifizierung hält, was sie verspricht. Die Earbuds werden beim Tragen nicht warm, selbst nach drei Stunden Dauerbetrieb nicht. Das ist angenehm und spricht für effizientes Energiemanagement.

Klang & Noise-Cancelling

Soundcore setzt bei den Liberty 5 auf 11-Millimeter-Treiber und verspricht dank LDAC-Unterstützung Hi-Res-Audio. LDAC funktioniert allerdings nur mit Android-Geräten und muss in der App manuell aktiviert werden – auf dem iPhone bleibt es bei AAC. Im direkten Vergleich auf einem Sony Xperia mit LDAC klingt Musik tatsächlich etwas detaillierter und luftiger als mit AAC auf dem iPhone, der Unterschied ist aber subtil. Wer keine Referenz daneben hat, wird ihn kaum bemerken.

Die Klangabstimmung ist überraschend ausgewogen. Im Vergleich zu den günstigeren Liberty 4, die mit dröhnendem Bass auftrumpfen wollten, klingen die Liberty 5 erwachsener. Bei akustischer Musik wie Bon Ivers "Holocene" sind die Gitarren sauber abgebildet, die Stimme steht präsent im Vordergrund. Der Bass ist vorhanden, aber nicht überbetont – bei elektronischer Musik wie Moderat oder Bicep fehlt manchmal der letzte Druck im Tiefbass. Wer Bassköpfe wie die Sony WF-1000XM5 gewohnt ist, könnte die Liberty 5 als zu zahm empfinden.

Bei Podcasts auf dem Weg zur Arbeit in der U-Bahn zeigten sich die Stärken: Stimmen klingen klar und verständlich, auch bei mittlerer Lautstärke. Wir mussten die Lautstärke nicht hochdrehen, um dem Moderator zu folgen – das ist bei In-Ears in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich. Bei lauter Rockmusik wie Foo Fighters wird es allerdings etwas schrill in den Höhen. Die Becken und Hi-Hats überstrahlen teilweise die Gitarren. Hier hätte Soundcore die Höhen etwas zurücknehmen können.

Die App bietet einen umfangreichen 8-Band-Equalizer und vorgefertigte Klangprofile. Das Profil "Acoustic" klingt tatsächlich wärmer und eignet sich für Singer-Songwriter, "Bass Booster" übertreibt es hingegen und lässt die Musik dumpf klingen. Wir haben am Ende bei der Standardeinstellung mit leicht angehobenen Mitten das beste Ergebnis erzielt. Positiv: Die EQ-Einstellungen werden in den Kopfhörern gespeichert und gelten auch bei Verbindung mit anderen Geräten.

Das adaptive Noise-Cancelling der Liberty 5 ist solide, aber nicht herausragend. In der U-Bahn dämpft es das tieffrequente Rumpeln der Bahn um etwa 70 Prozent – das reicht, um Musik bei gemäßigter Lautstärke zu genießen. Gespräche in der Umgebung werden aber nur teilweise ausgeblendet. Im Café mit Hintergrundgemurmel mussten wir die Lautstärke um zwei Stufen erhöhen, um einen Podcast klar zu verstehen. Sonys XM5 schaffen hier eine bessere Abschirmung, kosten aber auch 180 Euro mehr.

Der Transparenzmodus leitet Umgebungsgeräusche durch, klingt aber leicht digital verfärbt. Stimmen werden etwas zu hoch wiedergegeben, was nach längerem Hören ermüdet. Für kurze Gespräche an der Supermarktkasse reicht es, für längere Unterhaltungen nimmt man die Kopfhörer besser raus. Praktisch: Der Modus aktiviert sich automatisch, wenn man zu sprechen beginnt – das funktioniert zuverlässig, schaltet aber manchmal auch bei lauten Umgebungsgeräuschen um, etwa beim Vorbeigehen an einer Baustelle.

Akku im Alltag

Soundcore verspricht 10 Stunden Laufzeit pro Ladung mit ANC und insgesamt 40 Stunden mit dem Case. Im Test kamen wir auf etwa 8,5 Stunden reiner Musikwiedergabe mit aktivem ANC bei mittlerer Lautstärke – das ist weniger als versprochen, aber immer noch solide. Ohne ANC streckte sich die Laufzeit auf knapp 11 Stunden. Für einen normalen Arbeitstag mit zwei Stunden Pendeln, gelegentlicher Musikwiedergabe am Schreibtisch und Podcasts zwischendurch reichte eine Ladung problemlos von 7 Uhr morgens bis 22 Uhr abends.

Das Case bietet laut Anker drei vollständige Ladungen. In der Praxis bedeutet das: Einmal pro Woche das Case an die Steckdose hängen genügt bei durchschnittlicher Nutzung. Das ist Mittelmaß – Jabras Elite 8 Active halten mit 56 Stunden Gesamtlaufzeit deutlich länger durch. Die Ladezeit der Earbuds im Case beträgt etwa 90 Minuten von 0 auf 100 Prozent. Von 20 auf 80 Prozent dauert es rund 50 Minuten – ausreichend für eine schnelle Aufladung während der Mittagspause.

Das Case selbst lädt per USB-C in etwa zwei Stunden voll auf. Kabelloses Laden per Qi wird unterstützt und funktioniert mit unserem Anker-Ladepad problemlos. Allerdings dauert das kabellose Laden mit über drei Stunden deutlich länger – das ist eher eine Notlösung für die Nacht als eine praktikable Alltagsoption. Die Quick-Charge-Funktion liefert nach 10 Minuten im Case etwa 90 Minuten Wiedergabezeit – praktisch, wenn man morgens vergessen hat, die Kopfhörer aufzuladen.

Was uns im Akkutest aufgefallen ist: Die Earbuds entladen sich auch im Case minimal, etwa 3 Prozent pro Woche. Lässt man die Liberty 5 einen Monat ungenutzt liegen, sind sie nicht komplett leer, aber deutlich unter 50 Prozent. Das ist bei True-Wireless-Kopfhörern normal, Vielsprecher sollten aber vor längeren Reisen sicherheitshalber nachladen. Die Akkuanzeige in der App ist präzise und stimmte im Test immer mit der tatsächlichen Restlaufzeit überein.

Fazit und Kaufempfehlung

Die Soundcore Liberty 5 sind solide In-Ear-Kopfhörer für knapp 100 Euro, die vor allem klanglich überzeugen. Die ausgewogene Abstimmung ohne übertriebenen Bass macht sie zu guten Allroundern für Musik, Podcasts und Videocalls. Die Verarbeitung ist sauber, die Akkulaufzeit ausreichend, und Features wie LDAC und kabelloses Laden sind in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich. Wer ein Android-Gerät mit LDAC-Unterstützung nutzt, bekommt hier viel Klang fürs Geld.

Gleichzeitig zeigen die Liberty 5, dass Soundcore noch nicht ganz in der Premium-Liga angekommen ist. Das Noise-Cancelling ist nur durchschnittlich, die Touch-Bedienung hakelig, und die App nervt mit Werbung. Für 99 Euro kann man diese Schwächen verschmerzen – wer aber bereit ist, 30 bis 40 Euro mehr auszugeben, bekommt mit den Jabra Elite 85t oder den Google Pixel Buds Pro rundere Pakete mit besserem ANC und intuitiverer Bedienung.

Kaufempfehlung: Die Liberty 5 eignen sich für Nutzer, die hauptsächlich Wert auf guten Klang legen und nicht das absoluteste Noise-Cancelling brauchen. Wer täglich pendelt, viel Musik hört und ein begrenztes Budget hat, macht hier nichts falsch. Für Vielflieger oder Menschen, die in lauten Büros arbeiten, sind die Sony WF-1000XM5 trotz des höheren Preises die bessere Wahl. Und wer ein iPhone nutzt, sollte sich überlegen, ob nicht die AirPods Pro 2 (oft im Angebot für 150 Euro) die bessere Integration bieten. Die Liberty 5 sind gut – aber eben nicht außergewöhnlich.

🛒 Ohne Vertrag kaufen

🛒 Amazon €99.00 Kaufen * →
🏬 Otto €49.99 Kaufen * →
💡 Notebooksbilliger Preis prüfen Kaufen * →
🔴 MediaMarkt Preis prüfen Kaufen →

📱 Mit Vertrag kaufen

handyvertrag.de Handyshop → Tarife →
Vodafone Handytarife →
Vodafone Business Geschäftskunden →
SIMon mobile Startseite →

* Affiliate-Links. Für dich entstehen keine Mehrkosten.

Weitere Anbieter vergleichen

* Affiliate-Links · Für dich entstehen keine Mehrkosten