Sony Xperia 1 VI
Sony

Sony Xperia 1 VI im Test 2026: Profi-Kamera im Alltag zu kompliziert

7.3/10
⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐
Design7.5/10
Leistung8.5/10
Akku6.8/10
Preis/Leistung6.5/10

Einleitung

Sony versucht es Jahr für Jahr erneut: Ein Smartphone für Profis und Enthusiasten auf den Markt zu bringen, während andere Hersteller längst auf Massengeschmack setzen. Das Xperia 1 VI kostet 1199 Euro und positioniert sich damit im absoluten Premium-Segment, direkt neben Galaxy S24 Ultra und iPhone 15 Pro Max. Wir haben das Gerät drei Wochen lang im Alltag getestet und wollten vor allem wissen: Rechtfertigt die Zeiss-Kamera und die professionelle Ausrichtung den stolzen Preis?

Was uns von Anfang an auffiel: Sony geht konsequent seinen eigenen Weg. Während Samsung und Apple ihre Geräte immer runder und gefälliger designen, bleibt Sony bei kantigenFormen und einem Display im ungewöhnlichen 21:9-Format. Das polarisiert. Überrascht hat uns die tatsächlich spürbare Verbesserung der Kameraperformance gegenüber dem Vorgänger Xperia 1 V – Sony scheint endlich verstanden zu haben, dass professionelle Features nichts bringen, wenn die Automatik versagt. Gleichzeitig nervte uns im Test die nach wie vor umständliche Bedienung mancher Kamera-Modi und die Tatsache, dass Sony an Details spart, die in dieser Preisklasse Standard sein sollten. Kein Ladegerät im Lieferumfang mag ökologisch vertretbar sein, bei 1199 Euro aber auch dreist.

Design und Verarbeitung

Das Xperia 1 VI fühlt sich an wie ein Werkzeug, nicht wie ein Schmuckstück. Der Aluminiumrahmen ist matt gebürstet, die Rückseite besteht aus Gorilla Glass Victus 2. Mit 192 Gramm liegt es spürbar in der Hand, aber nicht unangenehm schwer. Was sofort auffällt: die Kantigkeit. Während ein iPhone 15 Pro Max sanft in der Hand liegt, hat das Xperia klare Kanten. Nach drei Wochen haben wir uns daran gewöhnt, geschätzt haben wir es nie wirklich. Für längere einhändige Sessions ist das Gerät einfach zu kantig.

Positiv: Die Verarbeitung ist tadellos. Keine Spaltmaße, kein Knarzen, alles sitzt perfekt. Der Power-Button mit integriertem Fingerabdrucksensor an der Seite funktioniert zuverlässig und schnell – besser als die Unter-Display-Lösungen vieler Konkurrenten. Der separate Kamera-Auslöser ist ein nettes Detail für Foto-Enthusiasten, im Alltag haben wir ihn aber selten genutzt. Er ist etwas zu leichtgängig und löst in der Hosentasche gelegentlich ungewollt aus.

Was wirklich nervt: Die glänzende Rückseite ist ein Fingerabdruck-Magnet. Nach einem Tag sieht das Gerät aus wie ein Tatort. Sony liefert keine Hülle mit, bei diesem Preis eine Frechheit. Die IP68-Zertifizierung beruhigt zwar, schützt aber nicht vor der Optik. Ein Galaxy S24 Ultra wirkt nach einer Woche intensiver Nutzung deutlich gepflegter.

Das 21:9-Display macht das Gerät ungewöhnlich lang und schmal. Das ist beim Videoschauen im Kinoformat angenehm, beim normalen Scrollen durch Instagram oder beim Tippen aber gewöhnungsbedürftig. Wer von einem Standard-Smartphone kommt, wird sich mindestens eine Woche lang vertippeln. Die schmale Bauform macht das Gerät zwar einhändig theoretisch bedienbar, durch die Länge von 162 mm erreicht man den oberen Bildschirmrand aber trotzdem nicht ohne Hand-Akrobatik.

Display

Das 6,5-Zoll-OLED-Display löst mit 2340 x 1080 Pixeln auf – für ein 1199-Euro-Gerät erstaunlich wenig. Das Xperia 1 V hatte noch 4K-Auflösung, Sony hat hier offensichtlich gespart. Im direkten Vergleich mit einem Galaxy S24 Ultra sieht man den Unterschied, wenn man danach sucht. Im Alltag ist die Auflösung aber absolut ausreichend, selbst bei nahem Hinsehen sind keine Pixel erkennbar.

Die Helligkeit ist ein zweischneidiges Schwert. In Innenräumen ist das Display brillant, Farben knallen förmlich, Schwarzwerte sind OLED-typisch perfekt. In direktem Sonnenlicht wird es kritisch. Mit maximal etwa 1300 Nits kommt das Display an seine Grenzen. Wir haben im Test mehrfach erlebt, dass wir beim Navigieren in der prallen Mittagssonne den Bildschirm kaum ablesen konnten. Ein iPhone 15 Pro Max oder Galaxy S24 Ultra sind hier deutlich heller und besser ablesbar.

Die 120-Hz-Bildwiederholrate ist spürbar flüssig, allerdings nicht adaptiv genug. Sony schaltet zwischen 60 und 120 Hz um, andere Hersteller bieten hier feinere Abstufungen bis runter auf 1 Hz. Das kostet Akku. Beim Scrollen und Wischen merkt man die hohe Wiederholrate positiv, beim Lesen statischer Inhalte verschenkt Sony Laufzeit.

Die Farbdarstellung lässt sich in den Einstellungen zwischen Standard und Creator Mode umschalten. Letzterer zielt auf professionelle Farbtreue ab und sieht merklich matter aus. Für Instagram-Junkies ist der Standard-Modus die bessere Wahl, für Fotografen der Creator Mode. Dass Sony hier die Wahl lässt, ist gut – dass der Unterschied so groß ist und man händisch umschalten muss, nervig.

Leistung im Alltag

Der Snapdragon 8 Gen 3 liefert erwartungsgemäß mehr als genug Leistung. Apps öffnen sich blitzschnell, Instagram startet in unter einer Sekunde, Chrome lädt komplexe Webseiten ohne Verzögerung. Auch mit 20 offenen Tabs und parallel laufendem Spotify gerät das Gerät nicht ins Stocken. Im direkten Vergleich mit einem iPhone 15 Pro Max konnten wir keinen spürbaren Unterschied in der Alltagsgeschwindigkeit feststellen.

Was uns positiv überrascht hat: Die Temperaturentwicklung ist moderat. Selbst beim Aufnehmen von 4K-60fps-Video über 15 Minuten wurde das Gerät spürbar warm, aber nicht unangenehm heiß. Der Aluminiumrahmen leitet die Wärme gut ab. Ein Galaxy S24 Ultra wird unter gleicher Last wärmer. Throttling konnten wir im Alltag nicht bemerken, auch nicht bei längeren Gaming-Sessions mit Genshin Impact.

Die 12 GB RAM sind großzügig bemessen. Apps bleiben zuverlässig im Hintergrund geöffnet, selbst nach Stunden konnten wir zu älteren Tasks zurückkehren, ohne dass neu geladen werden musste. Das Multitasking mit geteiltem Bildschirm funktioniert dank des 21:9-Formats überraschend gut – zwei Apps nebeneinander sind tatsächlich nutzbar, nicht nur Spielerei wie bei anderen Smartphones.

Was nervt: Sonys Android-Oberfläche ist zwar nah am Stock-Android, fühlt sich aber stellenweise angestaubt an. Animationen sind funktional, aber nicht so geschmeidig wie bei Samsung oder OnePlus. Die vorinstallierten Sony-Apps wie Music Pro oder Cinema Pro sind mächtig, aber auch überladen. Wer einfach nur schnell ein Foto schießen will, wird von Menüs und Optionen erschlagen. Hier merkt man: Sony denkt in Profi-Kategorien, nicht in Nutzerfreundlichkeit.

Die Stereo-Lautsprecher sind überraschend gut. Klar, für ein 1199-Euro-Gerät sollte das Standard sein, aber im Vergleich zur Konkurrenz spielen sie tatsächlich eine Liga höher. Musik klingt differenziert, Stimmen bei Podcasts klar, selbst bei maximaler Lautstärke gibt es kein Scheppern. Der 3,5-mm-Klinkenanschluss ist ein Relikt aus vergangenen Tagen – aber ein willkommenes für alle mit kabelgebundenen Kopfhörern.

Kamera im Alltag

Die Kamera war für uns der Hauptgrund, das Xperia 1 VI zu testen. Drei Linsen mit Zeiss-Optik, alle mit 12 Megapixeln: Weitwinkel, Ultraweitwinkel und ein Tele mit echtem optischem Zoom zwischen 85 und 170 mm. Auf dem Papier klingt das nach Profi-Equipment. In der Praxis ist es kompliziert.

Zunächst das Positive: Bei guten Lichtverhältnissen liefert die Hauptkamera ausgezeichnete Fotos. Wir haben am Nachmittag im Park fotografiert – Farben natürlich, Schärfe hervorragend, Dynamikumfang breit. Die Zeiss-Optik zeigt kaum Verzeichnungen oder chromatische Aberrationen. Im Vergleich zu einem iPhone 15 Pro Max wirken die Fotos etwas weniger nachbearbeitet, natürlicher. Enthusiasten werden das schätzen, Instagram-Nutzer vermissen vielleicht den Pop.

Die Probleme beginnen bei schlechtem Licht. Wir haben beim Abendessen im Restaurant fotografiert – gedämpftes Kerzenlicht, typische Alltagssituation. Die Automatik kämpfte sichtbar. Fokus suchte mehrfach, das Bild war am Ende zwar scharf, aber merklich verrauscht. Ein Galaxy S24 Ultra macht hier durch aggressivere Nachbearbeitung gefälligere Bilder. Sonys Philosophie ist erkennbar: Lieber Rauschen im Bild als künstliche Glättung. Fotografen werden nicken, Normalnutzer den Kopf schütteln.

Der Nachtmodus hilft, ist aber umständlich zu aktivieren. Während andere Hersteller automatisch in den Nachtmodus schalten, muss man bei Sony in die Photo Pro App wechseln und manuell einstellen. Das dauert, der Moment ist oft vorbei. Wir haben den Nachtmodus im Test deshalb seltener genutzt als bei anderen Flaggschiffen – nicht weil er schlecht ist, sondern weil er zu umständlich ist.

Der variable Tele-Zoom ist das Highlight. Zwischen 85 und 170 mm stufenlos zoomen zu können, ist in der Praxis Gold wert. Porträts bei 85 mm sehen fantastisch aus, Kompression und Hintergrundunschärfe stimmen. Bei 170 mm ist die Bildqualität noch überraschend gut, erst beim digitalen Zoom darüber hinaus wird es matschig. Im Vergleich zum festen 5x-Tele eines Galaxy S24 Ultra ist die Flexibilität ein echter Vorteil.

Selfies sind Mittelmaß. Die 12-MP-Frontkamera liefert brauchbare Ergebnisse, mehr nicht. In der Sonne sind Hauttöne natürlich, Details gut. Gegen Licht oder in Innenräumen wird es schnell flau. Beauty-Filter fehlen weitgehend – gut für Puristen, schlecht für alle, die auf Instagram konkurrenzfähig sein wollen.

4K-Video bei 60fps ist butterweich. Die Stabilisierung funktioniert hervorragend, wir sind beim Stadtbummel gelaufen und das Video sieht aus wie auf Schienen gefilmt. Ton wird über die drei Mikrofone klar und mit guter Räumlichkeit aufgenommen. Die Cinema Pro App bietet manuelle Kontrolle über alles – Belichtung, Fokus, Weißabgleich. Für YouTube-Creator ein Traum, für Gelegenheitsfilmer ein Albtraum aus Menüs. Die normale Kamera-App macht aber auch solide Videos ohne Einarbeitung.

Akku im Alltag

Der 5000-mAh-Akku klingt nach viel, im Alltag reicht es aber oft nur knapp. Wir haben das Xperia 1 VI mit typischer Nutzung getestet: Morgens 30 Minuten Pendeln mit Podcast und Social Media, tagsüber gelegentlich Mails und Messenger, mittags 20 Minuten YouTube, nachmittags eine Stunde Navigation mit Google Maps, abends eine Stunde Netflix. Ergebnis: Um 22 Uhr waren noch 15 bis 20 Prozent übrig. Das ist okay, aber nicht komfortabel. Ein iPhone 15 Pro Max oder Galaxy S24 Ultra schaffen den gleichen Tag mit 30 Prozent Rest.

Woran liegt das? Vermutlich am Display. Die konstanten 120 Hz ohne feinere adaptive Abstufung kosten Saft, ebenso die hohe Grundhelligkeit des OLED-Panels. Wir haben im Test den Creator Mode aktiviert, der etwas dunkler ist – das brachte etwa 10 Prozent mehr Laufzeit, ist aber keine Lösung für alle.

Laden ist schnell, aber nicht überragend. Mit dem separat zu kaufenden 30-Watt-Netzteil dauert das Laden von 20 auf 80 Prozent etwa 35 Minuten. Das ist solide, aber ein OnePlus 12 lädt in der gleichen Zeit von 0 auf 100. Kabelloses Laden funktioniert mit 15 Watt – im Alltag eher Notlösung als ernsthafter Komfort. Über Nacht auf dem Qi-Pad ist es praktisch, tagsüber zu langsam für einen schnellen Boost.

Positiv: Der Akku hält sich über Wochen stabil, wir konnten keine Degradation feststellen. Sonys Batteriepflege-Funktion lädt nachts intelligent bis kurz vor dem Wecker auf 100 Prozent, um Alterung zu vermeiden. Das ist durchdacht, aber bei fast allen Flaggschiffen mittlerweile Standard.

Fazit und Kaufempfehlung

Das Sony Xperia 1 VI ist ein Smartphone für eine sehr spezifische Zielgruppe. Wer die manuelle Kontrolle über Kamera und Video schätzt, wer Wert auf natürliche Farbwiedergabe legt und wer mit den Eigenheiten von Sonys Bedienphilosophie leben kann, bekommt hier ein sehr gutes Werkzeug. Die Zeiss-Kamera liefert bei gutem Licht hervorragende Ergebnisse, der variable Tele-Zoom ist ein Alleinstellungsmerkmal, die Verarbeitung ist tadellos.

Für alle anderen ist das Xperia 1 VI zu kompliziert, zu kantig und zu teuer. 1199 Euro sind eine Ansage, und in dieser Preisklasse gibt es rundere, alltagstauglichere Alternativen. Ein Galaxy S24 Ultra kostet ähnlich viel, bietet aber bessere Akkulaufzeit, ein helleres Display und einfachere Bedienung. Ein iPhone 15 Pro Max integriert sich nahtloser ins Apple-Ökosystem und macht bessere Nachtfotos. Selbst ein Google Pixel 8 Pro liefert für 500 Euro weniger in vielen Alltagssituationen die besseren Fotos – dank überlegener Software.

Unser Rat: Nur kaufen, wenn man wirklich die Profi-Features braucht und bereit ist, sich einzuarbeiten. Wer einfach ein verdammt gutes Smartphone will, das in allen Lebenslagen funktioniert, ist mit der Konkurrenz besser bedient. Sony bleibt seiner Linie treu – das ist einerseits bewundernswert, macht das Xperia aber zu einem Nischenprodukt für Kenner. Für Otto Normalnutzer gibt es bessere Wege, 1199 Euro auszugeben.

Technische Daten

Os Android 14
Ram 12 GB
Chip Snapdragon 8 Gen 3
Camera 52+12+12 MP Zeiss
Battery 5000 mAh
Display 6,5" OLED 120Hz
Storage 256/512 GB

🛒 Ohne Vertrag kaufen

🛒 Amazon €1349.00 Kaufen * →
🏬 Otto €754.99 Kaufen * →
💡 Notebooksbilliger Preis prüfen Kaufen * →
🔴 MediaMarkt Preis prüfen Kaufen →

📱 Mit Vertrag kaufen

handyvertrag.de Handyshop → Tarife →
Vodafone Handytarife →
Vodafone Business Geschäftskunden →
SIMon mobile Startseite →

* Affiliate-Links. Für dich entstehen keine Mehrkosten.

Weitere Anbieter vergleichen

* Affiliate-Links · Für dich entstehen keine Mehrkosten