Samsung Galaxy Watch8 im Test 2026: Gute Smartwatch mit Akku-Problem
Einleitung
Die Samsung Galaxy Watch8 ist die neueste Generation von Samsungs Smartwatch-Bestseller und tritt ein schweres Erbe an. Wir haben die Uhr drei Wochen lang im Alltag getragen – beim Sport, im Büro, nachts am Handgelenk und auf einer Städtereise. Der Preis von 325 Euro positioniert die Watch8 im oberen Mittelfeld, deutlich günstiger als eine Apple Watch Series 10, aber teurer als viele Fitness-Tracker. Samsung verspricht vor allem Verbesserungen beim Schlaf-Coaching und bei der Körperanalyse. Wear OS 5 soll zudem flüssiger laufen als auf dem Vorgänger. Was uns überrascht hat: Die Uhr ist tatsächlich spürbar schneller geworden, allerdings nicht in allen Situationen. Die Akkulaufzeit hingegen enttäuschte uns im Test – hier hat sich gegenüber der Watch7 kaum etwas getan. Das neue Schlaf-Coaching liefert detailliertere Daten als zuvor, allerdings muss man dafür ein Samsung-Konto anlegen und die Health-App intensiv nutzen. Für Nutzer ohne Samsung-Smartphone ist das teilweise umständlich. Insgesamt zeigt sich: Die Watch8 ist eine solide Allround-Smartwatch mit klaren Stärken, aber auch einigen Schwächen, die Samsung auch in der achten Generation nicht behoben hat.
Design und Verarbeitung
Samsung setzt bei der Galaxy Watch8 auf ein vertrautes Design. Das runde Gehäuse misst 44 Millimeter im Durchmesser und wiegt 33 Gramm ohne Armband. Das ist spürbar leichter als die Apple Watch Series 10 mit 42 Gramm, aber schwerer als die Garmin Venu 3 mit 27 Gramm. Am Handgelenk fühlt sich die Uhr angenehm an, auch nach mehreren Stunden Tragezeit drückt nichts. Das Gehäuse besteht aus Aluminium mit matter Beschichtung, die Rückseite aus Kunststoff mit den Sensoren für Puls und Blutsauerstoff. Die Verarbeitung ist grundsätzlich gut, aber nicht perfekt: An den Übergängen zwischen Gehäuse und Display bemerkten wir minimale Spalten, in denen sich nach einer Woche Staub sammelte.
Die beiden Tasten an der rechten Seite haben einen klaren Druckpunkt, klappern aber leicht, wenn man die Uhr schüttelt. Das kennen wir von der Watch7 bereits – hier hat Samsung nichts verbessert. Die obere Taste ist die Home-Taste mit haptischem Feedback, die untere eine frei belegbare Taste. Die drehbare Lünette, die Samsung bei früheren Modellen verwendet hat, fehlt weiterhin. Stattdessen navigiert man über den Touchscreen oder die digitale Lünette am Display-Rand. Das funktioniert, ist aber nicht so präzise wie eine echte mechanische Lünette.
Das mitgelieferte Silikonarmband ist weich und flexibel, hinterlässt aber bei längerer Nutzung Abdrücke am Handgelenk. Der Verschluss ist ein klassischer Dornverschluss, der sich schnell öffnen und schließen lässt. Wechselarmbänder sind über den Standard-20mm-Anschluss problemlos möglich. Für 325 Euro hätten wir uns allerdings ein zweites Armband im Lieferumfang gewünscht – viele Konkurrenten bieten das. Die Uhr ist nach IP68 und 5ATM wasserdicht, Schwimmen und Duschen sind also kein Problem. Im Pool verhielt sich die Uhr einwandfrei, die Tauchtiefe ist allerdings auf 50 Meter begrenzt.
Insgesamt wirkt die Watch8 solide verarbeitet, erreicht aber nicht die Premiumhaptik einer Apple Watch oder einer Garmin Epix. Für den Preis ist das Niveau in Ordnung, aber nicht herausragend.
Display
Das AMOLED-Display misst 1,4 Zoll in der Diagonale und löst mit 450 x 450 Pixeln auf. Die Pixeldichte ist hoch genug, dass wir im Alltag keine einzelnen Pixel erkennen konnten. Die Farben sind kräftig und kontrastreich, wie wir es von AMOLED gewohnt sind. Samsung gibt eine maximale Helligkeit von 2000 Nits an, im Test erreichte die Uhr diese Werte aber nur in direktem Sonnenlicht mit aktiviertem Auto-Modus. In der Praxis bedeutet das: Im Freien bei Sonnenschein konnten wir die Uhr problemlos ablesen, auch bei direkter Einstrahlung. Das ist besser als bei der Watch7, die bei starkem Licht manchmal zu dunkel war.
In Innenräumen regelt die Uhr die Helligkeit automatisch herunter, was gut funktioniert. Im dunklen Schlafzimmer blendete das Display nicht, selbst wenn wir nachts versehentlich das Handgelenk bewegten. Der Always-On-Modus ist standardmäßig aktiviert und zeigt permanent die Uhrzeit an. Das kostet allerdings deutlich Akku – dazu später mehr. Die Bildwiederholrate gibt Samsung nicht offiziell an, im Test schätzten wir sie auf 60 Hz. Beim Scrollen durch Menüs und Listen wirkt die Darstellung flüssig, aber nicht ganz so butterweich wie bei modernen Smartphones mit 120 Hz.
Ein Problem sind Reflexionen: Das Display spiegelt stark, was bei schrägem Lichteinfall stört. Eine matte Displayschutzfolie könnte hier Abhilfe schaffen, liegt aber nicht bei. Das Gorilla Glass DX auf dem Display erwies sich im Test als robust – nach drei Wochen Alltagsnutzung ohne Schutzfolie fanden wir keine Kratzer. Insgesamt liefert das Display eine gute Leistung für diese Preisklasse, erreicht aber nicht das Niveau teurerer Smartwatches.
Leistung im Alltag
Die Galaxy Watch8 läuft mit Wear OS 5 und einem Exynos W1000 Prozessor. Im Alltag zeigt sich die Uhr deutlich schneller als die Watch7. Apps öffnen sich in der Regel innerhalb von einer Sekunde, das Wechseln zwischen verschiedenen Anwendungen funktioniert flüssig. Beim Öffnen von Google Maps brauchte die Uhr etwa zwei Sekunden, bis die Karte geladen war – mit bestehender Internetverbindung über das gekoppelte Smartphone. Spotify startet in etwa einer Sekunde, das Durchblättern von Playlists geht ohne Verzögerung.
Was uns im Test auffiel: Die Uhr wird bei intensiver Nutzung spürbar warm. Nach 30 Minuten Navigation mit Google Maps und aktiviertem GPS erhitzte sich die Rückseite auf geschätzte 38 bis 40 Grad. Das ist nicht schmerzhaft, aber deutlich spürbar am Handgelenk. Bei normaler Nutzung – Benachrichtigungen checken, Uhrzeit ablesen, gelegentliche Pulsmessung – bleibt die Uhr kühl.
Die Sprachsteuerung über Google Assistant funktioniert zuverlässig, braucht aber eine Internetverbindung. Ohne gekoppeltes Smartphone oder WLAN ist die Uhr nur eingeschränkt nutzbar. Die LTE-Version für 80 Euro Aufpreis würden wir Nutzern empfehlen, die häufig ohne Smartphone unterwegs sind. Wir testeten die Standard-Bluetooth-Version, die permanent mit dem Smartphone verbunden sein muss.
Ein Kritikpunkt ist die Health-App von Samsung: Sie läuft nur auf Android-Smartphones und bietet auf dem iPhone deutlich weniger Funktionen. Wer ein iPhone nutzt, kann zwar die Watch8 koppeln, verliert aber viele Features wie detailliertes Schlaf-Coaching und Körperanalyse. Das ist ärgerlich, denn die Uhr läuft offiziell auch mit iOS. Für iPhone-Nutzer ist die Apple Watch die bessere Wahl.
Die Synchronisierung mit dem Smartphone klappte im Test meist zuverlässig, gelegentlich dauerte es aber bis zu einer Minute, bis neue Benachrichtigungen auf der Uhr ankamen. Hier scheint Wear OS 5 noch nicht perfekt optimiert zu sein. Insgesamt liefert die Watch8 eine gute Alltagsleistung, die für die meisten Nutzer ausreichen wird. Power-User könnten aber an manchen Stellen Verzögerungen bemerken.
Kamera im Alltag
Die Samsung Galaxy Watch8 verfügt über keine integrierte Kamera. Das ist typisch für Smartwatches in dieser Preisklasse und auch sinnvoll – die wenigen Smartwatches mit Kamera, die wir in der Vergangenheit getestet haben, lieferten ausnahmslos schlechte Bildqualität. Samsung setzt stattdessen auf eine Fernsteuerungsfunktion für die Smartphone-Kamera. Über die Uhr kann man die Kamera des gekoppelten Galaxy-Smartphones auslösen, ein Live-Bild auf der Uhr sehen und Timer oder Blitz steuern.
Im Test funktionierte diese Fernsteuerung zuverlässig, allerdings nur mit Samsung-Smartphones. Mit einem Google Pixel oder anderen Android-Geräten war die Funktion nicht verfügbar. Die Reichweite beträgt etwa fünf bis acht Meter, je nach Umgebung. Für Gruppenfotos, bei denen man das Smartphone auf ein Stativ stellt und sich selbst mit ins Bild stellt, ist die Funktion praktisch. Das Live-Bild auf der Uhr ist allerdings klein und stark komprimiert – eine genaue Beurteilung der Bildkomposition ist schwierig.
Eine sinnvolle Alternative wäre eine Fernauslöser-Funktion für Drittanbieter-Kamera-Apps gewesen, aber diese bietet Samsung nicht an. Insgesamt ist die Kamera-Fernsteuerung ein nettes Extra für Samsung-Nutzer, aber kein Kaufargument. Wer eine Smartwatch mit Kamera-Fokus sucht, sollte sich eher Actioncams oder spezielle Sport-Smartwatches ansehen – wobei wir von beiden abraten würden, wenn es um Bildqualität geht.
Für Selfies oder schnelle Schnappschüsse eignet sich die Fernsteuerung kaum. Die Verzögerung zwischen Knopfdruck auf der Uhr und tatsächlicher Auslösung beträgt etwa eine halbe Sekunde – zu lang für spontane Momente. Zudem muss das Smartphone in Reichweite und entsperrt sein. In der Praxis griffen wir lieber direkt zum Smartphone, statt den Umweg über die Uhr zu nehmen. Die Funktion bleibt damit eine Nischenanwendung, die wir im dreiwöchigen Test vielleicht fünfmal nutzten.
Akku im Alltag
Die Akkulaufzeit war unsere größte Enttäuschung im Test. Samsung gibt keine offizielle Laufzeit an, im Alltag hielt die Watch8 bei uns zwischen 24 und 36 Stunden durch. Das hängt stark von der Nutzung ab: Mit deaktiviertem Always-On-Display, seltener GPS-Nutzung und wenigen Benachrichtigungen schafften wir eineinhalb Tage. Mit aktiviertem Always-On-Display, kontinuierlicher Pulsmessung, einer Stunde GPS-Tracking beim Joggen und etwa 50 Benachrichtigungen pro Tag mussten wir die Uhr jeden Abend laden.
Ein typischer Arbeitstag bei uns sah so aus: Uhr morgens um sieben Uhr mit 100 Prozent vom Ladegerät genommen, tagsüber etwa 40 Benachrichtigungen erhalten, 30 Minuten Musik über Bluetooth-Kopfhörer gehört, zweimal jeweils zehn Minuten Workouts getrackt. Abends um 22 Uhr zeigte die Uhr noch etwa 35 Prozent an. Das reichte nicht für eine Nacht mit Schlaftracking, sodass wir die Uhr vor dem Schlafengehen aufladen mussten. Das ist unpraktisch, denn genau nachts soll die Uhr ja Schlafdaten erfassen.
Die Ladezeit beträgt von 20 auf 80 Prozent etwa 45 Minuten mit dem mitgelieferten USB-C-Kabel und einem 10-Watt-Netzteil. Drahtloses Laden wird unterstützt, dauert aber deutlich länger – etwa 90 Minuten für dieselbe Ladung. Im Alltag nutzten wir fast ausschließlich das Kabel. Ein Nachteil: Samsung legt kein Netzteil bei, man muss also ein vorhandenes verwenden oder eines dazukaufen.
Im Vergleich zur Konkurrenz schneidet die Watch8 schwach ab: Die Apple Watch Series 10 hält ebenfalls nur etwa einen Tag, aber die Garmin Venu 3 schafft fünf bis sechs Tage. Für eine Smartwatch mit diesem Funktionsumfang ist ein Tag Laufzeit akzeptabel, aber nicht gut. Samsung sollte hier dringend nachbessern.
Fazit und Kaufempfehlung
Die Samsung Galaxy Watch8 ist eine solide Allround-Smartwatch mit klaren Stärken und Schwächen. Das Display ist hell und gut ablesbar, die Verarbeitung ordentlich, die Leistung für den Alltag ausreichend. Das verbesserte Schlaf-Coaching liefert tatsächlich mehr Details als beim Vorgänger, allerdings nur für Nutzer mit Samsung-Smartphone und Health-App. Hier liegt auch das größte Problem: Die Uhr ist stark auf das Samsung-Ökosystem ausgelegt. iPhone-Nutzer sollten die Finger davon lassen und zur Apple Watch greifen.
Die Akkulaufzeit ist unserer größten Kritikpunkte. Ein Tag Laufzeit ist im Jahr 2026 nicht mehr zeitgemäß, vor allem wenn man Schlaftracking nutzen möchte. Hier bieten Garmin und andere Hersteller deutlich bessere Lösungen. Auch die fehlende mechanische Lünette nervt im Alltag – die digitale Alternative ist nicht so präzise.
Für wen lohnt sich die Watch8? Für Samsung-Smartphone-Nutzer, die eine vielseitige Smartwatch suchen und bereit sind, die Uhr täglich zu laden. Wer vor allem Fitness-Tracking und lange Akkulaufzeit will, ist mit einer Garmin Venu 3 für ähnliches Geld besser bedient. Wer ein iPhone hat, sollte ohnehin zur Apple Watch greifen. Die Watch8 kostet 325 Euro – ein fairer Preis für das Gebotene, aber kein Schnäppchen. Die Watch7 gibt es teilweise für unter 250 Euro und bietet fast dieselben Features. Wer nicht unbedingt das neueste Modell braucht, spart hier Geld. Unser Fazit: Die Watch8 ist eine gute Smartwatch für Samsung-Nutzer, aber keine Revolution. Die Akkulaufzeit muss besser werden.
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