Samsung Galaxy Watch Ultra 2025 im Test 2026: Starke Sportuhr mit Akkuschwäche
Einleitung
Samsung greift mit der Galaxy Watch Ultra 2025 erneut die Apple Watch Ultra an und positioniert die Uhr klar als Profi-Gerät für Ausdauersportler. Mit einem Preis von 493 Euro spielt die Smartwatch in der absoluten Oberklasse und konkurriert direkt mit Garmin Fenix 7 und eben Apples Sport-Flaggschiff. Wir haben die Uhr drei Wochen lang getragen, beim Laufen, Radfahren und im Büroalltag getestet. Die Erwartungen waren hoch: Titan-Gehäuse, 60 Stunden Akkulaufzeit und umfassendes Gesundheits-Tracking verspricht Samsung. Im Test zeigte sich schnell, dass die Ultra 2025 tatsächlich eine Sportuhr ist und kein modisches Accessoire. Das Titan-Gehäuse wirkt deutlich robuster als bei der regulären Galaxy Watch 6, allerdings auch deutlich wuchtiger am Handgelenk. Uns überraschte vor allem die Genauigkeit des GPS-Trackings im Vergleich zum Vorgänger, enttäuscht hat hingegen die Akkulaufzeit im intensiven Sportmodus. Die Uhr läuft mit Wear OS 5 und bietet damit Zugriff auf den Google Play Store, was sie für Android-Nutzer attraktiv macht. iPhone-Besitzer können die Ultra 2025 zwar theoretisch nutzen, verlieren aber erheblich an Funktionalität.
Design und Verarbeitung
Das Titan-Gehäuse fühlt sich deutlich hochwertiger an als das Aluminium der Standard-Modelle. Mit 58 Gramm ist die Ultra 2025 allerdings kein Leichtgewicht. Zum Vergleich: Die Apple Watch Ultra wiegt 61 Gramm, die Garmin Fenix 7 kommt auf etwa 63 Gramm. Im Alltag spürt man das Gewicht durchaus, besonders beim Tippen am Laptop oder nachts im Bett. Nach drei Tagen haben wir uns daran gewöhnt, wer aber leichte Uhren bevorzugt, sollte die reguläre Galaxy Watch 6 in Betracht ziehen.
Die Verarbeitung ist auf sehr hohem Niveau. Spaltmaße sind minimal, das Saphirglas liegt bündig mit dem Titan-Rahmen ab. Die drei Tasten an der rechten Seite haben einen klaren Druckpunkt, nichts wackelt oder klappert. Das mitgelieferte Sport-Armband aus Silikon ist angenehm zu tragen und verursacht auch bei längeren Läufen keine Hautreizungen. Allerdings ist der Verschluss etwas fummelig, besonders mit verschwitzten Fingern nach dem Training. Samsung bietet diverse alternative Armbänder an, die jedoch mit 50 bis 80 Euro überraschend teuer sind.
Optisch polarisiert die Uhr. Das kantige Design mit den ausgeprägten Ecken wirkt deutlich maskuliner als die runde Galaxy Watch Classic. An schmalen Handgelenken sieht die Ultra 2025 schlicht zu groß aus. Das Gehäuse misst 47 Millimeter im Durchmesser und ragt bei uns etwa einen Millimeter über das Handgelenk hinaus. Unter einem Hemdärmel verschwindet die Uhr nicht problemlos, für Business-Anlässe würden wir eher zur flacheren Galaxy Watch 6 greifen. Als Sportuhr macht das wuchtige Design aber Sinn: Die Tasten lassen sich auch mit Handschuhen gut bedienen, das Display ist groß genug für detaillierte Trainingsansichten.
Wasserbeständigkeit ist bis 10 ATM gegeben, was 100 Meter Tiefe entspricht. Wir haben die Uhr beim Schwimmen getragen, keine Probleme. Die Lautsprecher funktionieren nach dem Wasserkontakt einwandfrei, Samsung hat hier offenbar aus den Problemen der Watch 5 gelernt. Nach drei Wochen intensiver Nutzung zeigt das Titan-Gehäuse keinerlei Kratzer, das Saphirglas ist makellos. Für knapp 500 Euro erwarten wir allerdings auch genau diese Langlebigkeit.
Display
Samsung verbaut ein 1,5 Zoll AMOLED-Display mit 480 x 480 Pixeln. Die Auflösung reicht für gestochen scharfe Schrift, selbst kleine Benachrichtigungen sind problemlos lesbar. Die Farbdarstellung ist typisch Samsung: kräftig, leicht übersättigt, aber angenehm fürs Auge. Im direkten Vergleich mit der Apple Watch Ultra wirken die Farben einen Tick lebendiger, was Geschmackssache ist.
Die Helligkeit ist der eigentliche Star. Im prallen Sonnenlicht beim Radfahren konnten wir die Trainingsansichten jederzeit problemlos ablesen. Samsung gibt maximal 3000 Nits an, was sich im Alltag tatsächlich bemerkbar macht. Die Garmin Fenix 7 mit ihrem transflektiven Display ist zwar auch bei Sonne gut ablesbar, die AMOLED-Technik der Samsung ist aber deutlich kontrastreicher und farbenfroher. Im dunklen Schlafzimmer dimmt das Display angenehm weit herunter, ohne zu blenden. Die Always-On-Funktion zeigt permanent die Uhrzeit, was im Alltag praktisch ist, aber spürbar am Akku nagt.
Die Bildwiederholrate liegt bei flüssigen 60 Hz, Animationen beim Wischen laufen butterweich. Im Vergleich zur regulären Galaxy Watch 6 mit ebenfalls 60 Hz fällt kein Unterschied auf. Touchscreen-Reaktion ist präzise, auch bei Nässe. Beim Schwimmen haben wir allerdings versehentliche Eingaben erlebt, hier wäre eine bessere Wassererkennung wünschenswert. Reflexionen sind dank der leicht gewölbten Glasoberfläche minimal, das Display bleibt auch bei schrägem Lichteinfall gut ablesbar. Insgesamt gehört das Display zu den besten an einer Smartwatch, die wir bisher getestet haben.
Leistung im Alltag
Als Smartwatch mit Wear OS 5 verhält sich die Galaxy Watch Ultra 2025 deutlich flüssiger als die meisten Konkurrenten. Apps öffnen sich zügig, Wischen durch Menüs ist ohne spürbare Verzögerung möglich. Der Exynos W1000 Prozessor ist zwar keine Rakete, reicht für Smartwatch-Aufgaben aber vollkommen aus. Instagram oder WhatsApp auf der Uhr zu öffnen ist wenig sinnvoll, aber möglich. Die Apps laden in etwa drei bis vier Sekunden, was angesichts des kleinen Displays akzeptabel ist. Wir haben es nach zwei Tagen aufgegeben, Social Media auf der Uhr zu nutzen – das Smartphone ist dafür einfach praktischer.
Im Sportmodus zeigt sich die Stärke der Uhr. GPS-Tracking startet innerhalb von fünf Sekunden, deutlich schneller als bei der Galaxy Watch 5 (zehn bis fünfzehn Sekunden). Die Herzfrequenzmessung arbeitet präzise, im Vergleich mit einem Polar H10 Brustgurt lagen die Werte durchschnittlich nur zwei Schläge auseinander. Bei intensiven Intervalltrainings mit schnellen Pulswechseln hinkt die optische Messung am Handgelenk allerdings etwas hinterher, was aber bei allen Smartwatches so ist. Die VO2max-Schätzung erscheint plausibel, nach drei Wochen Training mit der Uhr stabilisierte sich der Wert auf einem realistischen Niveau.
Multitasking funktioniert im Rahmen der Möglichkeiten gut. Während eines Laufs konnten wir Musiksteuerung, Benachrichtigungen und Trainingsansicht parallel nutzen, ohne dass die Uhr ins Stottern kam. Warm wird die Ultra 2025 nur beim längeren GPS-Tracking, dann spürt man eine leichte Erwärmung am Handgelenk. Unangenehm wird es nie, nach etwa zehn Minuten ohne GPS-Nutzung ist die Uhr wieder auf Umgebungstemperatur.
Sprachassistent Google Assistant reagiert zuverlässig, allerdings ist die Spracherkennung bei Wind oder in lauter Umgebung schwach. Im Büro funktioniert das Diktieren von Nachrichten gut, beim Radfahren auf der Landstraße versteht die Uhr nur die Hälfte. Samsung Bixby ist ebenfalls verfügbar, bringt aber keinen erkennbaren Mehrwert. Die Vibration für Benachrichtigungen ist kräftig genug, um sie beim Sport nicht zu verpassen, gleichzeitig aber nicht so stark, dass sie im Büro stört. Insgesamt ist die Alltagsleistung auf sehr hohem Niveau, nennenswerte Schwächen gibt es nicht.
Kamera im Alltag
Die Galaxy Watch Ultra 2025 hat keine Kamera. Dieser Abschnitt entfällt daher bei Smartwatches. Samsung verzichtet bewusst auf eine Kamera im Gehäuse, um Robustheit und Wasserdichtigkeit zu maximieren. Als Fernauslöser für die Smartphone-Kamera funktioniert die Uhr hingegen gut. Per Samsung Camera Controller App kann man das Telefon aus der Ferne auslösen, was für Gruppenfotos praktisch ist. Die Vorschau auf dem Uhren-Display ist aufgrund der Größe allerdings nur bedingt brauchbar, man sieht grob den Bildausschnitt, aber keine Details zur Schärfe.
Im Test haben wir die Fernauslöser-Funktion mehrfach genutzt. Beim Wandern konnten wir das Smartphone auf einem Stein platzieren und aus zehn Metern Entfernung auslösen. Die Verbindung war stabil, die Verzögerung zwischen Tastendruck und Auslösung lag bei etwa einer Sekunde. Für Selfie-Situationen ist die Funktion durchaus nützlich, allerdings hätte man sich eine Timer-Funktion mit Countdown gewünscht. Diese fehlt komplett, man muss manuell auslösen.
Als GoPro-Alternative taugt die Uhr nicht, die Fernsteuerung funktioniert nur mit Samsung-Smartphones über die proprietäre App. Besitzer anderer Android-Geräte oder iPhones haben diese Möglichkeit nicht. Auch die Integration mit Drittanbieter-Kameras ist nicht vorgesehen. Für eine Sportuhr in dieser Preisklasse wäre eine Kompatibilität mit Action-Cams wie GoPro oder DJI sinnvoll gewesen, hier verschenkt Samsung Potenzial. Insgesamt ist die Kamera-Funktionalität auf ein Minimum reduziert und kein Kaufargument.
Akku im Alltag
Samsung verspricht 60 Stunden Akkulaufzeit, in der Realität haben wir diesen Wert nicht annähernd erreicht. Bei normaler Nutzung mit Always-On-Display, permanenter Herzfrequenzmessung, automatischer Trainings-Erkennung und etwa zwei Stunden GPS-Tracking am Tag hielt die Uhr durchschnittlich 32 Stunden durch. Das reicht für einen vollen Tag und eine Nacht, am zweiten Abend gegen 19 Uhr mussten wir jedoch ans Ladegerät. Schaltet man das Always-On-Display aus, verbessert sich die Laufzeit auf etwa 40 Stunden, was immer noch deutlich unter dem Versprechen liegt.
Im Vergleich zur Apple Watch Ultra mit ähnlichen 36 Stunden im Alltag liegt die Samsung also gleichauf. Die Garmin Fenix 7 schafft hingegen locker fünf bis sieben Tage, allerdings ohne AMOLED-Display und mit deutlich weniger Smartwatch-Features. Für eine Sportuhr mit Profi-Anspruch ist die Akkulaufzeit der Samsung enttäuschend. Wer mehrtägige Wanderungen oder Ultra-Läufe plant, muss eine Powerbank mitschleppen oder auf Garmin setzen.
Laden geht vergleichsweise schnell. Von 15 auf 80 Prozent dauerte es im Test 45 Minuten mit dem mitgelieferten kabellosen Ladepuck. Volle 100 Prozent sind nach etwa 75 Minuten erreicht. Das ist schnell genug, um die Uhr morgens beim Duschen und Frühstücken aufzuladen. Drahtloses Laden funktioniert auch mit Qi-Ladepads, allerdings deutlich langsamer – hier dauerte das Laden von 15 auf 80 Prozent über 90 Minuten. Für den Alltag würden wir nur das Original-Zubehör empfehlen.
Ein Energiesparmodus ist vorhanden, der die Uhr auf reine Uhrzeit-Anzeige reduziert. Damit soll die Laufzeit auf mehrere Tage steigen, im Test haben wir diesen Modus nicht ausprobiert – eine Smartwatch ohne smarte Funktionen macht wenig Sinn. Insgesamt ist der Akku die größte Schwäche der Ultra 2025. Für 493 Euro hätten wir uns mindestens drei volle Tage Laufzeit erhofft, 32 Stunden sind zu wenig für den Profi-Anspruch.
Fazit und Kaufempfehlung
Die Samsung Galaxy Watch Ultra 2025 ist eine sehr gute Sportuhr für ambitionierte Läufer und Radfahrer, die im Android-Ökosystem unterwegs sind. Verarbeitung, Display und GPS-Genauigkeit liegen auf hervorragendem Niveau. Die Smartwatch-Funktionen dank Wear OS sind umfangreicher als bei Garmin oder Polar. Für 493 Euro bekommt man eine robuste Uhr, die jahrelang halten sollte. Allerdings ist die Akkulaufzeit für eine Profi-Sportuhr zu kurz und das wuchtige Design nicht für jeden Handgelenk geeignet.
Kaufempfehlung für Samsung-Smartphone-Besitzer, die eine Smartwatch mit ernsthaften Sportambitionen suchen und täglich laden kein Problem ist. Die Integration ins Samsung-Ökosystem funktioniert hervorragend, Funktionen wie Samsung Pay und die nahtlose Verbindung mit Galaxy Buds sind praktisch. Wer hingegen mehrtägige Outdoor-Abenteuer plant, sollte zur Garmin Fenix 7 greifen, die zwar weniger smart ist, aber fünf Mal länger durchhält. iPhone-Nutzer können die Ultra 2025 vergessen, hier ist die Apple Watch Ultra die bessere Wahl trotz ähnlicher Akkuschwäche.
Alternativen in der Preisklasse sind rar. Die Apple Watch Ultra kostet etwa gleich viel, bietet aber nur für iPhone-Nutzer vollen Funktionsumfang. Die Garmin Fenix 7 liegt bei etwa 550 Euro, hat den besseren Akku und präzisere Sportfunktionen, verzichtet aber auf Touchscreen und App-Store. Die reguläre Galaxy Watch 6 kostet nur 300 Euro, bietet 90 Prozent der Funktionen und ist deutlich eleganter – für Gelegenheitssportler die klügere Wahl. Die Ultra 2025 lohnt sich nur, wenn man das Titan-Gehäuse, die höhere Wasserdichtigkeit und die marginal bessere GPS-Genauigkeit wirklich braucht. Für die meisten Nutzer ist das nicht der Fall.
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