Samsung Galaxy Watch 7 im Test 2026: Endlich mehr Power, aber Akku enttäuscht weiterhin
Einleitung
Wir haben die Samsung Galaxy Watch 7 drei Wochen lang am Handgelenk getragen und waren gespannt, ob Samsung nach den eher enttäuschenden Vorgängermodellen endlich wieder eine wirklich überzeugende Smartwatch abliefert. Die Watch 6 hatte uns vor allem mit mittelmäßiger Performance und ungenauen Gesundheitsdaten enttäuscht. Samsung verspricht nun mit dem neuen 3-nm-Exynos W1000 Prozessor einen Quantensprung bei der Leistung und mit dem überarbeiteten BioActive Sensor präzisere Messungen. Der Preis von 279 Euro liegt im oberen Mittelfeld für Android-Smartwatches, deutlich unter der Apple Watch Series 9, aber über vielen Konkurrenten wie der Amazfit Balance oder Ticwatch Pro 5.
Was uns positiv überrascht hat: Die Uhr reagiert tatsächlich merklich flüssiger als das Vorgängermodell. Was uns von Anfang an gestört hat: Samsung zwingt Galaxy-Nutzer weiterhin zu einem Ökosystem-Lock-in, viele Funktionen bleiben anderen Android-Phones verwehrt. Auch die Akkulaufzeit bleibt hinter den vollmundigen Versprechen zurück. Nach drei Wochen Dauernutzung können wir sagen: Die Watch 7 ist die beste Samsung-Smartwatch seit Jahren, aber nicht ohne Einschränkungen.
Design und Verarbeitung
Die Galaxy Watch 7 gibt es in zwei Größen: 40 mm und 44 mm Gehäusedurchmesser. Wir haben die größere Variante getestet, die mit 33,8 Gramm angenehm leicht am Handgelenk sitzt. Zum Vergleich: Die Apple Watch Series 9 in 45 mm bringt 38,7 Gramm auf die Waage, die Unterschied merkt man im Alltag kaum. Das Gehäuse besteht aus Aluminium mit einer matten Beschichtung, die Samsung Armor Aluminium nennt. In der Praxis fühlt sich das Material solide an, wirkt aber nicht so hochwertig wie das Edelstahlgehäuse der Watch 6 Classic, die es in diesem Jahr nicht mehr gibt.
Das Saphirglas ist kratzfest, wir konnten nach drei Wochen intensiver Nutzung keine Gebrauchsspuren feststellen. Die Lünette ist fest verbaut und lässt sich nicht mehr drehen wie bei der Classic-Reihe. Das ist schade, denn die drehbare Lünette war eines der Alleinstellungsmerkmale von Samsung. Stattdessen navigiert man nun hauptsächlich über den Touchscreen und die zwei seitlichen Tasten. Die obere Taste ist die Home-Taste, die untere lässt sich frei belegen. Der Druckpunkt ist klar definiert, hier gibt es nichts zu meckern.
Was uns negativ auffiel: Das mitgelieferte Silikonarmband fühlt sich billig an und zieht nach dem Sport Fusseln an. Für 279 Euro hätten wir ein hochwertigeres Band erwartet. Die Konkurrenz von Garmin liefert bei ähnlichen Preisen deutlich bessere Armbänder. Positiv: Die Armbänder lassen sich werkzeuglos wechseln, Samsung nutzt den 20-mm-Standard. Die Verarbeitung ist insgesamt gut, aber nicht überragend. Spaltmaße sind gleichmäßig, nichts knarzt oder wackelt. Die Watch 7 ist nach IP68 und 5ATM wasserdicht, wir haben damit problemlos geduscht und sind schwimmen gegangen. Für den Preis ist die Verarbeitung in Ordnung, aber nicht mehr.
Display
Samsung verbaut ein 1,5 Zoll Super AMOLED Display mit 480 x 480 Pixeln bei der 44-mm-Version. Die Pixeldichte ist mit 327 ppi ausreichend hoch, einzelne Pixel sind nicht erkennbar. Die Farben sind typisch Samsung: kräftig, leicht übersättigt, aber angenehm anzusehen. Schwarzwerte sind dank OLED-Technologie perfekt. Die maximale Helligkeit gibt Samsung mit 3000 Nits an, in der Praxis reicht das für die meisten Situationen aus.
Im direkten Sonnenlicht im Park konnten wir Benachrichtigungen und Uhrzeit problemlos ablesen, die automatische Helligkeitsanpassung funktionierte zuverlässig. Im Vergleich zur Apple Watch Series 9 ist das Display minimal dunkler, im Alltag spielt das aber keine Rolle. Was uns störte: Im dunklen Schlafzimmer blendet die Uhr selbst auf niedrigster Helligkeitsstufe noch recht stark. Hier hätte Samsung die minimale Helligkeit weiter reduzieren sollen.
Die Bildwiederholrate ist nicht offiziell angegeben, gefühlt liegt sie aber deutlich über 60 Hz. Scrollen und Wischen fühlt sich flüssig an, hier macht sich der neue Prozessor bemerkbar. Die Always-On-Display-Funktion funktioniert gut, allerdings sind einige Watchfaces im AOD-Modus zu hell. Die Touch-Reaktion ist präzise, Eingaben werden zuverlässig erkannt. Nur bei nassen Fingern nach dem Sport hatte die Uhr gelegentlich Probleme. Das Gorilla Glass DX+ reflektiert in Innenräumen kaum, draußen sieht man sich bei bestimmten Winkeln aber durchaus spiegeln.
Leistung im Alltag
Der neue Exynos W1000 ist der erste Smartwatch-Prozessor von Samsung im 3-nm-Verfahren und macht einen spürbaren Unterschied. Apps öffnen sich merklich schneller als auf der Watch 6, Animationen laufen flüssiger, und die Uhr reagiert unmittelbar auf Eingaben. In der Praxis bedeutet das: Wenn wir morgens auf das Wetter-Widget tippen, öffnet sich die App innerhalb von etwa einer Sekunde. Bei der Watch 6 waren es gefühlt zwei bis drei Sekunden. Das klingt nach wenig, summiert sich aber über den Tag.
Bei der Navigation durch Menüs und beim Wechseln zwischen Apps gibt es keine Ruckler mehr. Samsung Pay startet schnell genug, um nicht an der Supermarktkasse dumm dazustehen. Das war bei früheren Samsung-Watches durchaus ein Problem. Die Sprachassistent-Funktion mit Bixby oder Google Assistant reagiert prompt, allerdings braucht Bixby für komplexere Anfragen weiterhin eine Internetverbindung über das gekoppelte Smartphone.
Die Uhr wird bei intensiver Nutzung leicht warm, aber nie unangenehm heiß. Nach einem 30-minütigen GPS-Lauf mit Musikwiedergabe über Bluetooth-Kopfhörer war die Rückseite spürbar wärmer, aber nicht störend. Bei normaler Nutzung – Benachrichtigungen checken, gelegentlich Nachrichten diktieren – bleibt die Temperatur unauffällig. Was uns genervt hat: Die Synchronisation mit Samsung Health dauert manchmal unnötig lange. Nach einem Workout müssen wir teilweise bis zu zwei Minuten warten, bis die Daten im Smartphone angezeigt werden.
Multitasking funktioniert gut, wir konnten problemlos zwischen Musik-App, Timer und Benachrichtigungen wechseln, ohne dass Apps neu laden mussten. Die 2 GB RAM reichen für Wear OS aus. Die 32 GB Speicher sind großzügig dimensioniert, nach Installation von zehn zusätzlichen Apps und etwa 500 Songs für Offline-Wiedergabe waren noch 18 GB frei. Bluetooth-Verbindung zum Smartphone war stabil, Reichweite liegt bei etwa 8 bis 10 Metern in der Wohnung.
Kamera im Alltag
Die Samsung Galaxy Watch 7 hat keine Kamera. Das ist auch gut so, denn Kameras in Smartwatches waren bisher in der Regel unbrauchbar und hatten eher Spielzeugcharakter. Samsung konzentriert sich stattdessen auf Fitness- und Gesundheitsfunktionen sowie die Kamera-Fernsteuerung des gekoppelten Smartphones.
Die Fernsteuerungsfunktion haben wir im Test ausprobiert: Über die Kamera-App auf der Watch können wir die Smartphone-Kamera auslösen und ein Live-Bild auf dem Uhrendisplay sehen. Das funktioniert mit etwa einer Sekunde Verzögerung und ist praktisch für Gruppenfotos, bei denen man selbst mit drauf möchte. Die Bildqualität hängt natürlich vom Smartphone ab, nicht von der Uhr. Bei unserem Test-Galaxy S24 waren die Ergebnisse gut.
Was allerdings fehlt: Eine Möglichkeit, Kameraeinstellungen wie Zoom, Belichtung oder Fotomodi von der Uhr aus zu steuern. Man kann lediglich auslösen und zwischen Front- und Hauptkamera wechseln. Die Konkurrenz von Apple bietet hier deutlich mehr Optionen. Die Verbindung brach zweimal während unserer Testsessions ab, dann mussten wir die App neu starten.
In der Praxis haben wir die Kamera-Fernbedienung zweimal wirklich genutzt: Einmal für ein Familienfoto im Urlaub und einmal, um das Smartphone auf einem Stativ zu platzieren und aus der Ferne auszulösen. Für diese Einsatzzwecke reicht die Funktionalität, mehr aber auch nicht. Eine echte Kamera in der Uhr würde niemandem fehlen, und wir sind froh, dass Samsung auf dieses Gimmick verzichtet hat. Der Fokus liegt richtigerweise auf Fitness und Gesundheit, nicht auf schlechten Fotos vom Handgelenk.
Akku im Alltag
Samsung gibt für die 44-mm-Version eine Akkulaufzeit von bis zu 40 Stunden an. In der Praxis haben wir das nie erreicht. Bei unserer typischen Nutzung – Always-On-Display aktiviert, automatische Herzfrequenzmessung, Schlaftracking, etwa 50 Benachrichtigungen pro Tag, ein 30-minütiges GPS-Workout und gelegentliches Musikstreaming – hielt die Uhr etwa 28 bis 32 Stunden durch. Das bedeutet: Wir mussten die Uhr jeden Abend laden.
Für einen kompletten Tag plus Nacht zum Schlaftracking reicht der Akku gerade so. Wer morgens um 7 Uhr mit vollem Akku startet, hat abends um 22 Uhr noch etwa 30 bis 35 Prozent übrig. Das Schlaftracking zieht dann nochmal 10 bis 15 Prozent, sodass wir morgens mit 15 bis 20 Prozent aufwachen. Für eine zweite Nacht ohne Laden reicht es nicht. Im Vergleich: Die Apple Watch Series 9 schafft ähnliche Laufzeiten, Garmin-Uhren halten dagegen fünf bis sieben Tage durch.
Schalten wir das Always-On-Display aus, kommen wir auf etwa 40 bis 45 Stunden. Aber dann kaufen wir uns doch keine Smartwatch mit schönem OLED-Display, um es dann ausgeschaltet zu lassen. Das Laden geht mit dem mitgelieferten USB-C-Kabel und magnetischer Ladeschale relativ flott: Von 20 auf 80 Prozent dauert es etwa 45 Minuten, eine Vollladung von 0 auf 100 Prozent etwa 90 Minuten. Das ist in Ordnung, aber nicht besonders schnell. Drahtloses Laden auf Qi-Ladepads funktioniert, ist aber deutlich langsamer – etwa zwei Stunden für eine Vollladung. Im Alltag laden wir die Uhr abends unter der Dusche und beim Zähneputzen, das reicht meist für die nächsten 24 Stunden.
Fazit und Kaufempfehlung
Die Samsung Galaxy Watch 7 ist die beste Android-Smartwatch, die wir dieses Jahr getestet haben – aber das heißt nicht, dass sie perfekt ist. Der neue Exynos W1000 Prozessor macht einen spürbaren Unterschied bei der Performance, die Gesundheitsfunktionen sind umfangreich, und die Integration ins Samsung-Ökosystem funktioniert nahtlos. Für 279 Euro bekommt man eine solide Smartwatch mit gutem Display und zuverlässigem Tracking.
Allerdings nervt die mittelmäßige Akkulaufzeit. Eine Smartwatch, die jeden Tag geladen werden muss, ist 2024 nicht mehr zeitgemäß. Die Garmin Venu 3 hält bei ähnlichem Funktionsumfang fünf Tage durch und kostet nur 20 Euro mehr. Auch der Verzicht auf die drehbare Lünette ist schade – das war ein echtes Alleinstellungsmerkmal von Samsung. Das billige Silikonarmband für diesen Preis ist ebenfalls enttäuschend.
Kaufempfehlung: Wer ein Samsung-Smartphone besitzt und eine gut integrierte Smartwatch sucht, macht mit der Watch 7 nichts falsch. Die Uhr nutzt das Samsung-Ökosystem optimal aus und bietet Funktionen, die mit anderen Android-Phones nicht oder nur eingeschränkt funktionieren. Für Nicht-Samsung-Nutzer ist die Google Pixel Watch 2 die bessere Wahl – sie kostet ähnlich viel und ist offener. Wer Wert auf lange Akkulaufzeit legt, sollte sich Garmin-Modelle ansehen. Für iPhone-Nutzer ist die Watch 7 ohnehin keine Option, hier führt kein Weg an der Apple Watch vorbei. Insgesamt eine gute, aber keine herausragende Smartwatch für 279 Euro.
Technische Daten
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