Samsung Galaxy S25 Ultra
Samsung

Samsung Galaxy S25 Ultra im Test 2025: Solides Flaggschiff mit Premium-Preis und kleinen Schwächen

7.5/10
⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐
Design8.0/10
Leistung8.5/10
Akku7.0/10
Preis/Leistung6.5/10

Einleitung

Wir haben das Samsung Galaxy S25 Ultra drei Wochen lang im Alltag getestet und dabei ein Smartphone in den Händen gehalten, das Samsung für stolze 1299 Euro als Flaggschiff positioniert. Die Erwartungen sind bei diesem Preis entsprechend hoch: Ein Snapdragon 8 Elite für Galaxy-Prozessor, ein 200-Megapixel-Kamerasystem und der integrierte S Pen sollen das Gerät zum ultimativen Android-Smartphone machen. Nach intensiver Nutzung können wir sagen: Samsung liefert ein technisch ausgereiftes Gerät ab, das in vielen Bereichen überzeugt, aber auch einige Fragezeichen hinterlässt. Besonders überrascht hat uns die Tatsache, dass der Sprung vom S24 Ultra deutlich kleiner ausfällt als erhofft. Die Kamera macht zwar gute Fotos, rechtfertigt aber kaum den Aufpreis zum Vorgänger. Der S Pen bleibt ein Nischenfeature, das die wenigsten Nutzer täglich verwenden werden. Positiv aufgefallen ist hingegen die Verarbeitungsqualität und die Performance im Alltag. Was uns besonders interessiert hat: Rechtfertigt dieses Gerät seinen Premium-Preis in einer Zeit, in der Mittelklasse-Smartphones für 600 Euro bereits hervorragende Leistung bieten?

Design und Verarbeitung

Das Galaxy S25 Ultra liegt mit seinen 233 Gramm schwer in der Hand. Im direkten Vergleich zum iPhone 15 Pro Max mit 221 Gramm spürt man den Unterschied deutlich, besonders bei längerer einhändiger Nutzung. Nach einer Stunde Lesen im Bett merkten wir das Gewicht im Handgelenk. Samsung setzt auf einen Rahmen aus Titan, die Rückseite besteht aus mattem Glas mit Gorilla Glass Victus 3. Die Verarbeitung ist tadellos: Keine Spaltmaße, keine wackelnden Tasten, alles sitzt präzise.

Was uns jedoch sofort negativ auffiel: Die Kanten des Rahmens sind relativ scharf. Beim längeren Halten schneidet das Gerät regelrecht in die Handfläche. Samsung hat hier gegenüber dem S24 Ultra, das bereits dieses Problem hatte, nichts verbessert. Ein dickeres Case ist praktisch Pflicht, was das ohnehin schon große Gerät noch unhandlicher macht. Mit Case kommen wir auf über 250 Gramm Gesamtgewicht.

Die Haptik des matten Glases auf der Rückseite gefällt uns gut. Fingerabdrücke sind kaum sichtbar, und das Material fühlt sich wertig an. Allerdings ist das Gerät trotzdem rutschig. Wir haben es während des Tests zweimal auf Tischen weggleiten sehen, als wir es kurz ablegten. Auf glatten Oberflächen sollte man vorsichtig sein.

Der S Pen sitzt unten rechts im Gehäuse und lässt sich mit einem Klick herausziehen. Der Mechanismus funktioniert zuverlässig. Ehrlich gesagt haben wir den Stift in drei Wochen vielleicht fünfmal benutzt – hauptsächlich zum Testen. Im Alltag fehlt uns schlicht der Anwendungsfall. Wer den S Pen nicht braucht, zahlt hier für ein Feature, das Platz und vermutlich auch Akku kostet.

Für 1299 Euro erwarten wir Perfektion, und bis auf die scharfen Kanten liefert Samsung das auch ab. Die Verarbeitung rechtfertigt den Premium-Preis, das Design selbst ist jedoch evolutionär und kaum vom Vorgänger zu unterscheiden.

Display

Das 6,9-Zoll-Display mit Dynamic AMOLED 2X-Technologie bietet eine variable Bildwiederholrate von 1 bis 120 Hz. Im Alltag funktioniert das ausgezeichnet: Beim Scrollen durch Instagram oder Twitter ist das Bild butterweich, beim Lesen von Artikeln schaltet das Display automatisch auf niedrigere Frequenzen herunter, um Akku zu sparen. Den Unterschied zwischen 120 Hz und 60 Hz merkt man im direkten Vergleich deutlich, besonders beim schnellen Scrollen.

Die Helligkeit ist einer der Pluspunkte: Im direkten Sonnenlicht konnten wir bei einem Test auf dem Balkon mittags im März problemlos Nachrichten lesen und navigieren. Das Display wird ausreichend hell, um auch gegen Reflexionen anzukommen. Samsung gibt eine Peak-Helligkeit von 2600 Nits an, und das spürt man in der Praxis. Im Vergleich zu einem Google Pixel 8 Pro, das wir parallel testeten, war das S25 Ultra draußen minimal besser ablesbar.

Im abgedunkelten Schlafzimmer lässt sich die Helligkeit angenehm weit herunterregeln. Wir konnten auch spätabends im Bett noch ohne Augenermüdung lesen. Die Farbdarstellung ist typisch Samsung: kräftig, leicht übersättigt im Standardmodus. Wer es natürlicher mag, kann auf den natürlichen Farbmodus umschalten, dann wirken Hauttöne realistischer.

Ein Kritikpunkt: Die leicht gebogenen Kanten des Displays sorgen für Lichtreflexionen an den Rändern. Bei seitlichem Lichteinfall – etwa im Zug am Fenster – stören diese Reflexionen beim Lesen. Samsung hätte hier besser auf ein komplett flaches Display setzen sollen, wie es viele Konkurrenten mittlerweile tun.

Leistung im Alltag

Der Snapdragon 8 Elite für Galaxy ist theoretisch einer der schnellsten Mobile-Prozessoren auf dem Markt. In der Praxis bedeutet das: Instagram öffnet sich in unter einer Sekunde, Kamera-App startet sofort, zwischen Apps wechseln funktioniert ohne Verzögerung. Wir haben das Gerät bewusst im Alltag gefordert: 30 bis 40 offene Browser-Tabs, parallel dazu Spotify, Google Maps Navigation, WhatsApp und Instagram. Das S25 Ultra schluckt das problemlos.

Was uns jedoch aufgefallen ist: Bei längerer Kameranutzung wird das Gerät spürbar warm. Wir haben an einem Nachmittag etwa 20 Minuten lang 4K-Video bei 60fps aufgenommen, danach war die obere Hälfte des Geräts deutlich warm, nicht heiß, aber unangenehm in der Hand. Die Kamera-App zeigte keine Warnung an, aber das Gerät drosselte spürbar: Der Autofokus wurde langsamer, und das Interface reagierte verzögert. Nach einer Pause von fünf Minuten war alles wieder normal.

Auch beim Gaming wird das Gerät warm. Wir haben Genshin Impact 30 Minuten bei hohen Einstellungen gespielt, danach war das Smartphone durchgehend warm. Die Performance blieb stabil, aber angenehm war es nicht. Im Vergleich zum iPhone 15 Pro Max wird das S25 Ultra schneller und stärker warm.

Multitasking im Split-Screen-Modus funktioniert gut. Wir haben mehrfach YouTube-Videos geschaut, während wir parallel Nachrichten beantworteten. Das große Display eignet sich dafür hervorragend, beide Apps sind ausreichend groß dargestellt. Allerdings unterstützen nicht alle Apps den Split-Screen-Modus vernünftig, manche skalieren falsch.

Ein überraschend nerviger Punkt: Die Gesichtserkennung ist nicht so zuverlässig wie erwartet. Bei schlechtem Licht oder wenn wir eine Brille trugen, funktionierte sie häufig nicht. Der Fingerabdrucksensor im Display ist hingegen schnell und zuverlässig. Hier hätte Samsung mehr Arbeit in die Gesichtserkennung stecken sollen.

Kamera im Alltag

Das 200-Megapixel-Kamerasystem ist auf dem Papier beeindruckend, aber wie schlägt es sich im Alltag? Wir haben das S25 Ultra in verschiedenen Situationen getestet, die typisch für den täglichen Gebrauch sind.

Beim Abendessen in einem mittelmäßig beleuchteten Restaurant haben wir Fotos vom Essen gemacht – ein Klassiker. Die Hauptkamera liefert hier ordentliche Ergebnisse: Die Farben sind kräftig, vielleicht etwas zu gesättigt, aber Instagram-tauglich. Was uns jedoch auffiel: Bei genauerem Hinsehen wirken Details in den Schatten matschig. Samsung nutzt aggressive Software-Nachbearbeitung, um Rauschen zu reduzieren, und dabei gehen feine Details verloren. Im direkten Vergleich zu einem iPhone 15 Pro Max wirkten dessen Fotos natürlicher, wenn auch minimal dunkler.

Selfies in der Mittagssonne zeigen ein ähnliches Bild: Die Frontkamera macht brauchbare Fotos, neigt aber zur Überglättung von Hauttönen. Wir sahen aus wie Instagram-Filter-Versionen von uns selbst. Die Beauty-Modi lassen sich zwar abschalten, aber auch dann bleibt eine gewisse Weichzeichnung sichtbar. Wer natürlich wirkende Selfies will, wird hier enttäuscht sein.

Der 5-fach optische Zoom ist ein Highlight. Bei Tageslicht liefert er scharfe, detailreiche Fotos. Wir haben bei einem Stadtspaziergang Gebäudedetails aus 50 Metern Entfernung fotografiert, und die Ergebnisse waren sehr gut. Der digitale 10-fach-Zoom ist noch brauchbar, bei 20-fach wird es jedoch matschig. Der beworbene 100-fach-Zoom ist reine Spielerei und liefert nur Pixelbrei. Samsung sollte hier ehrlicher kommunizieren: Sinnvoll nutzbar sind maximal 10-fach, darüber hinaus ist es Marketing.

4K-Video bei 60fps haben wir bei einem Stadtbummel aufgenommen. Die Bildstabilisierung funktioniert sehr gut, selbst beim Gehen sind die Videos ruhig. Die Farben sind kräftig, vielleicht etwas zu stark gesättigt für unseren Geschmack. Was uns störte: Der Autofokus pumpt gelegentlich, besonders bei wechselnden Lichtverhältnissen. In einem Video haben wir zwischen Schatten und Sonne gewechselt, und der Fokus brauchte jedes Mal eine Sekunde, um sich anzupassen.

Nachtfotos gelingen der Hauptkamera gut, sofern man das Gerät ruhig hält oder ein Stativ benutzt. Der Nachtmodus dauert etwa drei Sekunden, und die Ergebnisse zeigen helle, detailreiche Bilder mit wenig Rauschen. Allerdings neigt Samsung auch hier zur Überbearbeitung: Straßenlaternen wirken manchmal unnatürlich hell, und der Himmel wird künstlich aufgehellt.

Insgesamt liefert die Kamera solide Ergebnisse für Social Media und den Alltag. Für professionelle Ansprüche reicht es nicht ganz, und der Unterschied zum S24 Ultra ist marginal. Den Aufpreis rechtfertigt die Kamera allein nicht.

Akku im Alltag

Der Akku des S25 Ultra bringt uns durch einen normalen Arbeitstag, aber nur knapp. Unsere typische Nutzung sah so aus: Morgens 30 Minuten Pendeln mit Podcast und Nachrichten lesen, tagsüber etwa zwei Stunden Social Media, eine Stunde Videoanrufe, 30 Minuten Navigation mit Google Maps und abends eine Stunde YouTube. Gegen 22 Uhr hatten wir noch etwa 15 bis 20 Prozent Restakku.

An intensiveren Tagen, etwa wenn wir viel fotografierten oder videografierten, wurde es knapp. Nach 20 Minuten 4K-Videoaufnahme sank der Akkustand um etwa zehn Prozent. Bei einem Tagesausflug mit vielen Fotos und Videos mussten wir nachmittags eine Powerbank anschließen, um sicher über den Tag zu kommen.

Das Laden von 20 auf 80 Prozent dauerte mit dem mitgelieferten 45-Watt-Ladegerät etwa 35 Minuten. Das ist akzeptabel, aber nicht besonders schnell. Chinesische Hersteller wie OnePlus oder Xiaomi bieten teilweise 100-Watt-Laden, das in 20 Minuten auf 80 Prozent kommt. Samsung hinkt hier hinterher.

Drahtloses Laden funktioniert mit maximal 15 Watt. In der Praxis bedeutet das: Von 20 auf 80 Prozent dauert es etwa eineinhalb Stunden. Das ist langsam genug, dass wir drahtloses Laden eher als Komfort-Feature für nachts nutzen würden, nicht als schnelle Lösung für zwischendurch. Wer tagsüber schnell laden muss, greift zum Kabel.

Im Vergleich zum iPhone 15 Pro Max, das wir parallel nutzten, hielt das S25 Ultra ähnlich lange durch. Keines der beiden Geräte ist ein Akku-Champion. Für Power-User ist eine Powerbank Pflicht.

Fazit und Kaufempfehlung

Das Samsung Galaxy S25 Ultra ist ein technisch ausgereiftes Flaggschiff-Smartphone, das in vielen Bereichen überzeugt, aber den hohen Preis von 1299 Euro nur bedingt rechtfertigt. Die Verarbeitung ist exzellent, das Display hervorragend, und die Performance reicht für alle Alltagsaufgaben locker aus. Der S Pen ist ein nettes Extra, aber für die meisten Nutzer verzichtbar.

Wir empfehlen das S25 Ultra vor allem für Samsung-Fans, die bereits im Ökosystem sind und ein großes Smartphone mit S Pen suchen. Wer vom S23 Ultra oder älter kommt, bekommt hier ein merkliches Upgrade. Besitzer eines S24 Ultra können getrost noch ein Jahr warten – der Unterschied ist zu gering, um den Aufpreis zu rechtfertigen.

Kritisch sehen wir das Preis-Leistungs-Verhältnis. Für 1299 Euro erwarten wir mehr: Schnelleres Laden, bessere Akkulaufzeit und ein kühleres Gerät unter Last. Die Kamera macht gute, aber keine herausragenden Fotos, die den Preisaufpruch gegenüber günstigeren Alternativen rechtfertigen würden.

Bessere Alternativen in der Preisklasse: Das iPhone 15 Pro Max bietet für ähnliches Geld ein runderes Gesamtpaket mit besserer Video-Qualität und längerem Software-Support. Das Google Pixel 8 Pro kostet 400 Euro weniger und liefert natürlichere Fotos mit besserer Software-Integration. Wer den S Pen nicht braucht, sollte sich diese Alternativen genau anschauen.

Unser Rat: Warten Sie auf Angebote. Sobald das S25 Ultra für 1000 bis 1100 Euro zu haben ist, wird die Empfehlung deutlich klarer. Zum Launch-Preis ist es ein gutes, aber kein herausragendes Smartphone.

Technische Daten

Prozessor Qualcomm Snapdragon 8 Elite for Galaxy (3,29 GHz)
Frontkamera 12 MP
Betriebssystem Android 15 / One UI 7
Ram 12 GB LPDDR5x
Akku 5000 mAh, 45 W kabelgebunden, 15 W kabellos, 4,5 W Reverse Wireless
S pen integriert (Bluetooth)
Kamera 200 MP Hauptobjektiv + 50 MP Ultra-Weitwinkel + 10 MP 3× Tele + 50 MP 5× Tele
Display 6,9" Dynamic AMOLED 2X, QHD+ (3088×1440), 120 Hz adaptiv, 2600 nits
Speicher 256 GB / 512 GB / 1 TB UFS 4.0
Abmessungen 162,8 × 77,6 × 8,2 mm, 218 g

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