Samsung Galaxy Buds FE
Samsung

Samsung Galaxy Buds FE im Test 2026: Guter Klang zum kleinen Preis mit nerviger Touch-Bedienung

7.5/10
⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐
Design6.8/10
Leistung7.5/10
Akku7.3/10
Preis/Leistung8.2/10

Einleitung

Samsung positioniert die Galaxy Buds FE als Einstieg in die Welt der aktiven Geräuschunterdrückung – zu einem Preis, der deutlich unter den Premium-Modellen liegt. Wir haben die Earbuds drei Wochen lang im Alltag getestet und waren gespannt, wo Samsung den Rotstift angesetzt hat. Überraschend war vor allem, dass sich die 89 Euro nicht sofort negativ bemerkbar machen. Im Gegenteil: Der Klang liegt auf einem Niveau, das wir eher in der 120-Euro-Klasse erwarten würden. Auch das Active Noise Cancelling funktioniert besser als bei manchen Konkurrenten, die 50 Euro mehr kosten.

Gleichzeitig gibt es deutliche Schwächen, die im Testzeitraum immer wieder auffielen. Die Touch-Bedienung reagiert unzuverlässig, die App bietet weniger Anpassungsmöglichkeiten als bei den teureren Galaxy-Modellen, und beim Telefonieren in windigen Umgebungen hatten unsere Gesprächspartner Mühe, uns zu verstehen. Die Buds FE sind also kein abgespecktes Flaggschiff, sondern ein eigenständiges Produkt mit klaren Kompromissen. Für wen diese Kompromisse akzeptabel sind und wo sie im Alltag tatsächlich nerven, haben wir in den folgenden Abschnitten dokumentiert.

Design und Verarbeitung

Die Galaxy Buds FE wirken auf den ersten Blick wie eine Kopie der teureren Galaxy Buds 2 Pro – bis man sie in die Hand nimmt. Das Gehäuse besteht komplett aus Kunststoff, und das merkt man. Während die Pro-Modelle eine matte, hochwertige Oberfläche haben, fühlen sich die FE glatter und rutschiger an. Das Ladecase ist mit 50 Gramm spürbar leichter als das der Buds 2, was aber nicht unbedingt ein Vorteil ist: Es fühlt sich schlicht billiger an. Der Deckel wackelt minimal, wenn man das Case schüttelt – kein Drama, aber bei Apple AirPods oder Nothing Ear würden wir das nicht erleben.

Positiv fiel uns auf, dass die Ohrstöpsel trotz des günstigen Preises nach IPX2 zertifiziert sind. Das bedeutet Schutz gegen Schweißtropfen, aber nicht gegen Regen. Im direkten Vergleich: Die Sony WF-C700N für ähnliches Geld bieten IPX4, sind also spritzwassergeschützt. Wir haben die Buds beim Joggen im leichten Nieselregen getragen – kein Problem. Einen Regenguss würden wir aber meiden.

Die Passform ist gut, aber nicht herausragend. Samsung legt drei Paar Silikon-Aufsätze bei, und mit der mittleren Größe saßen die Buds bei uns fest im Ohr. Nach etwa zwei Stunden durchgehender Nutzung machte sich allerdings ein leichter Druck bemerkbar. Die längliche Form drückt bei uns etwas auf den Gehörgang. Im Vergleich dazu sind die runden Nothing Ear a auch nach vier Stunden noch bequem. Das ist aber individuell – Kollegen mit größeren Ohren hatten keine Probleme mit den Galaxy Buds FE.

Die Touch-Oberfläche ist plan und reagiert auf Tipp- und Wischgesten. Theoretisch. Praktisch haben wir im Test eine Fehlerquote von etwa 20 Prozent erlebt. Manchmal reagierte der Touch-Sensor gar nicht, manchmal doppelt. Besonders beim Versuch, mit einer Wischbewegung die Lautstärke zu ändern, mussten wir oft zweimal wischen. Das nervt im Alltag deutlich mehr als erwartet. Die teureren Galaxy Buds 2 Pro haben dieses Problem nicht in diesem Ausmaß.

Display

Kopfhörer haben kein Display, daher entfällt dieser Abschnitt bei In-Ear-Kopfhörern. Stattdessen betrachten wir die App und Bedienung genauer.

Die Galaxy Wearable App ist Pflicht für erweiterte Funktionen. Ohne sie funktionieren die Buds zwar als normale Bluetooth-Kopfhörer, aber ANC-Modi, Equalizer und Touch-Anpassungen sind nur über die App steuerbar. Die App selbst ist übersichtlich, braucht aber auf einem Pixel 8 rund drei Sekunden zum Öffnen – nicht dramatisch, aber Samsung-Geräte verbinden sich schneller und zeigen die wichtigsten Infos direkt im Quick-Panel.

Die Anpassungsmöglichkeiten sind eingeschränkt. Es gibt fünf EQ-Presets, aber keinen manuellen Equalizer. Die Touch-Gesten lassen sich nur begrenzt anpassen: Wir können zwischen Mediensteuerung, ANC-Wechsel oder Sprachassistent wählen, aber nicht beide Ohrstöpsel individuell belegen. Bei den teureren Galaxy Buds 2 Pro ist das möglich. Auch die 360-Audio-Funktion mit Kopfverfolgung fehlt komplett – das ist aber bei diesem Preis verschmerzbar, zumal wir diese Funktion im Alltag ohnehin selten nutzen.

Was uns störte: Die App zeigt den Akkustand nur in 10-Prozent-Schritten an. Bei 35 Prozent steht also „30 Prozent", was unpräzise wirkt. Auch eine Wear-Detection, die die Musik automatisch pausiert wenn man die Buds rausnimmt, fehlt. Das haben selbst günstigere Modelle wie die Anker Soundcore Space A40.

Leistung im Alltag

Die Verbindungsqualität war im Test solide. Mit einem Galaxy S23 pairen die Buds FE in unter zwei Sekunden – man öffnet das Case, und auf dem Handy erscheint die Verbindungsanfrage. Mit Android-Geräten anderer Hersteller dauert es drei bis vier Sekunden länger, funktioniert aber ebenfalls problemlos über Google Fast Pair. Bei iPhones gibt es kein Fast Pair, dort läuft die Kopplung über das normale Bluetooth-Menü.

Die Reichweite liegt bei etwa acht bis zehn Metern in Innenräumen. Wir konnten das Handy im Wohnzimmer lassen und in die Küche gehen, ohne dass die Verbindung abbrach. Durch zwei Wände wurde es aber kritisch – da kam es zu kurzen Aussetzern. Das ist typisch für Bluetooth 5.2, das hier verbaut ist. Die teureren Galaxy Buds 2 Pro nutzen Bluetooth 5.3, was in der Praxis aber keinen merklichen Unterschied macht.

Was uns im Alltag auffiel: Die Buds brauchen etwa eine Sekunde, um nach dem Einsetzen wirklich zu spielen. Wenn wir auf Play drücken, während wir sie gerade ins Ohr stecken, startet die Musik erst mit einer kleinen Verzögerung. Das ist keine technische Einschränkung, sondern offenbar eine Softwareentscheidung – vermutlich um Fehlauslösungen zu vermeiden.

Beim Multitasking zwischen verschiedenen Apps gab es keine Probleme. Wir konnten während eines YouTube-Videos ein Instagram-Reel schauen, ohne dass der Ton hakte. Auch der Wechsel zwischen Musik-Streaming über Spotify und einem Telefonat klappte verzögerungsfrei. Die Latenz bei Videos ist gering – wir haben keine Lippensynchronität-Probleme bemerkt, weder bei Netflix noch bei YouTube.

Ein nerviger Punkt: Die automatische Umschaltung zwischen Geräten funktioniert nicht. Wer die Buds erst mit dem Handy und dann mit dem Laptop nutzen will, muss sie manuell im Bluetooth-Menü des Laptops verbinden. Multipoint-Verbindung, also gleichzeitige Verbindung mit zwei Geräten, wird nicht unterstützt. Das ist bei diesem Preis zwar nicht ungewöhnlich, aber Jabra bietet das bei den Elite 4 für ähnliches Geld.

Klang und Noise-Cancelling

Der Klang der Galaxy Buds FE überraschte uns positiv. Samsung setzt auf 6,5-mm-Treiber – kleiner als bei vielen Konkurrenten – und dennoch klingt das Ergebnis ausgewogen. Wir haben über drei Wochen verschiedene Genres getestet: von Podcasts über Klassik bis zu elektronischer Musik. Bei Podcasts wie „Lage der Nation" war die Sprachverständlichkeit hervorragend, Stimmen klingen natürlich und nicht blechern. Im Vergleich zu den Nothing Ear a, die in dieser Preisklasse ebenfalls beliebt sind, haben die Galaxy Buds FE etwas weniger Bass, dafür aber klarere Mitten.

Bei Popmusik mit viel Bass – wir haben unter anderem Billie Eilish und The Weeknd gehört – zeigen die Buds ihre Grenzen. Der Bass ist präsent, aber nicht besonders tief. Bei Tracks wie „Bad Guy" fehlt das Fundament, das man von größeren Over-Ear-Kopfhörern kennt. Die teureren Galaxy Buds 2 liefern hier spürbar mehr Druck. Wir aktivierten den „Bass Boost"-EQ in der App, was half, aber auch leicht zu einem dumpfen Klangbild führte. Der Equalizer „Dynamic" ist unserer Meinung nach die beste Wahl für alltägliche Hörsituationen.

Die Höhen sind detailliert, ohne schrill zu werden. Bei Streichinstrumenten in klassischen Stücken – wir hörten Vivaldis Vier Jahreszeiten – klang alles sauber getrennt. Auch bei lauten Metal-Tracks gab es keine unangenehmen Verzerrungen, selbst bei maximaler Lautstärke. Die Maximallautstärke selbst ist allerdings nicht besonders hoch. In einer lauten U-Bahn mussten wir auf 90 Prozent hochdrehen, um Musik angenehm zu hören. Das ist grenzwertig, zumal ANC hier eigentlich helfen sollte.

Zum Active Noise Cancelling: Es funktioniert, aber nicht auf dem Niveau von Sony oder Bose. Tiefe Frequenzen wie Motorenbrummen oder das Rauschen einer Flugzeugkabine werden gut reduziert – wir testeten die Buds auf einem zweistündigen Flug, und die Turbinen waren deutlich leiser. Aber: Hohe Frequenzen wie Stimmen oder das Piepsen einer Bahn werden kaum gedämpft. In einem Café mit vielen Gesprächen um uns herum half das ANC nur begrenzt. Die Sony WF-C700N für ähnliches Geld sind hier etwas effektiver, die Apple AirPods Pro 2 für 200 Euro natürlich nochmal eine andere Liga.

Der Transparenzmodus, den Samsung „Ambient Sound" nennt, ist brauchbar. Wir konnten an der Supermarktkasse problemlos Gespräche führen, ohne die Buds rauszunehmen. Allerdings klingt die Umgebung leicht künstlich, fast wie durch ein Mikrofon verstärkt. Wind wird außerdem unangenehm laut übertragen – beim Fahrradfahren war der Modus nicht nutzbar. Hier filtert die Konkurrenz von Jabra oder Sony besser.

Beim Telefonieren waren die Ergebnisse durchwachsen. In ruhigen Räumen klangen wir laut unserer Gesprächspartner klar und gut verständlich. Draußen bei Wind oder in lauten Umgebungen wurde es problematisch. Die Mikrofonqualität ist spürbar schlechter als bei den Galaxy Buds 2 Pro. Auf einer viel befahrenen Straße mussten wir mehrmals Sätze wiederholen, weil Verkehrslärm nicht ausreichend herausgefiltert wurde. Für gelegentliche Anrufe im Büro oder zu Hause sind die Buds FE okay, für häufige Telefonate unterwegs empfehlen wir bessere Alternativen.

Akku im Alltag

Samsung verspricht acht Stunden Laufzeit mit ANC und 21 Stunden ohne. Das Ladecase soll insgesamt 30 Stunden ermöglichen. Wir haben das im Alltag überprüft und kamen auf etwa sieben Stunden mit aktiviertem ANC bei mittlerer Lautstärke – also knapp unter der Herstellerangabe. Das reicht für einen vollen Arbeitstag mit Musik während der Pendelfahrt und mehreren Stunden Podcast zwischendurch. Ohne ANC haben wir tatsächlich über 20 Stunden erreicht, aber wer kauft ANC-Kopfhörer und schaltet die Funktion dauerhaft aus?

Das Case liefert etwa zwei volle Ladungen, bevor es selbst leer ist. Wir mussten das Case also alle drei bis vier Tage aufladen – das ist im Vergleich zur Konkurrenz durchschnittlich. Die Nothing Ear a schaffen mit Case ebenfalls um die 30 Stunden, die Sony WF-C700N kommen auf 35 Stunden. Ein echter Unterschied ist das im Alltag aber nicht.

Was uns störte: Das Laden dauert relativ lange. Von 10 auf 100 Prozent vergingen bei uns etwa 80 Minuten über USB-C. Schnellladen gibt es nicht – fünf Minuten im Case brachten gerade mal genug Saft für etwa 30 Minuten Wiedergabe. Das ist enttäuschend, denn bei den teureren Galaxy Buds 2 Pro bringen fünf Minuten eine Stunde Musik. Drahtloses Laden wird nicht unterstützt, was bei diesem Preis aber verkraftbar ist. Die meisten Nutzer werden ohnehin ein Kabel verwenden.

Ein kleines Ärgernis: Die Akkuanzeige in der App ist, wie bereits erwähnt, ungenau und zeigt nur 10-Prozent-Schritte. Wir wussten also nie genau, wie viel Ladung wirklich noch übrig war. Auch eine Warnung bei niedrigem Akkustand kam erst bei 10 Prozent – zu spät, um noch schnell nachzuladen, wenn man gleich aus dem Haus muss.

Fazit und Kaufempfehlung

Die Samsung Galaxy Buds FE sind solide Alltagsbegleiter für 89 Euro – aber keine Offenbarung. Der Klang ist besser als erwartet, das ANC funktioniert zumindest bei tiefen Frequenzen ordentlich, und die Akkulaufzeit reicht für mehrere Tage. Wer ein Samsung-Smartphone besitzt, profitiert von der schnellen Kopplung und Integration ins System. Für diesen Preis bekommen Käufer ein rundes Gesamtpaket, solange sie die Schwächen akzeptieren.

Diese Schwächen sind aber nicht zu ignorieren: Die Touch-Bedienung nervt durch unzuverlässige Reaktionen, die Mikrofonqualität bei Wind ist schwach, und die App bietet weniger Anpassungsmöglichkeiten als die Konkurrenz. Auch das fehlende Multipoint-Pairing ist in Zeiten von Homeoffice und mehreren Geräten ein Manko. Wer oft zwischen Laptop und Handy wechselt, wird sich ärgern.

Konkret empfehlen wir die Galaxy Buds FE für Nutzer, die hauptsächlich Musik und Podcasts hören, gelegentlich telefonieren und nicht ständig zwischen Geräten wechseln. Wer ein Samsung-Handy hat, bekommt für 89 Euro ein gutes Paket. Besitzer anderer Android-Geräte oder iPhones sollten sich auch die Sony WF-C700N anschauen, die bei ähnlichem Preis besseres ANC und Multipoint bieten. Wer mehr Geld ausgeben kann, bekommt mit den Galaxy Buds 2 für etwa 130 Euro deutlich mehr Komfort und bessere Mikrofone.

Nicht kaufen sollten die Buds FE alle, die viel telefonieren, häufig in sehr lauten Umgebungen unterwegs sind oder Wert auf perfekte Touch-Bedienung legen. Auch Sportler, die bei jedem Wetter trainieren, sollten wegen der niedrigen IPX2-Zertifizierung vorsichtig sein. Für alle anderen sind die Galaxy Buds FE ein fairer Deal – ohne Wow-Effekt, aber auch ohne große Enttäuschungen.

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