OnePlus 13
OnePlus

OnePlus 13 im Test 2026: Starker Akku und schnelles Laden, aber Kamera enttäuscht bei Schwachlicht

8.4/10
⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐
Design7.5/10
Leistung8.8/10
Akku9.2/10
Preis/Leistung8.0/10

Einleitung

Wir haben das OnePlus 13 drei Wochen lang im Alltag getestet und waren gespannt, ob die Marke nach den eher durchwachsenen Vorgängermodellen wieder zu alter Stärke zurückfindet. OnePlus war einmal der Geheimtipp für alle, die Flaggschiff-Leistung zum halben Preis suchten. In den letzten Jahren hatte sich die Marke jedoch preislich gefährlich nah an Samsung und Apple herangewagt, ohne deren Qualitätsniveau durchgehend zu erreichen. Das OnePlus 13 soll das ändern: Für 849 Euro verspricht der Hersteller Snapdragon 8 Elite Performance, einen 6000-mAh-Akku und 100-Watt-Schnellladen. Das klingt auf dem Papier verlockend, gerade im Vergleich zum Samsung Galaxy S24, das ähnlich viel kostet, aber mit kleinerem Akku und langsamerer Ladetechnik auskommen muss. Wir waren skeptisch, ob OnePlus diesmal wirklich alle Hausaufgaben gemacht hat oder ob wieder typische Schwächen wie mittelmäßige Kamera-Software oder halbgare Update-Versprechen den Gesamteindruck trüben würden. Nach drei Wochen intensiver Nutzung können wir sagen: OnePlus ist auf dem richtigen Weg, aber perfekt ist das Gerät nicht.

Design und Verarbeitung

Das OnePlus 13 liegt mit 210 Gramm spürbar schwerer in der Hand als das Samsung Galaxy S24 mit seinen 167 Gramm. Wer von einem leichteren Smartphone kommt, merkt das Gewicht deutlich in der Hosentasche. Die Rückseite besteht aus mattem Glas, das Fingerabdrücke besser versteckt als glänzende Oberflächen, aber dennoch nicht vollständig verhindert. Nach drei Wochen Nutzung ohne Hülle zeigten sich feine Mikrokratzer auf der Rückseite, allerdings nicht auf dem Display. Die Verarbeitung wirkt insgesamt solide, wenn auch nicht ganz auf dem Niveau eines iPhone 15 Pro. Der Aluminiumrahmen fühlt sich hochwertig an, die Spaltmaße sind gleichmäßig.

Was uns positiv überrascht hat: Der Power-Button hat einen angenehmen Druckpunkt und sitzt an der richtigen Stelle für einhändige Bedienung. Der Alert-Slider, ein OnePlus-Markenzeichen, ist weiterhin an Bord und funktioniert zuverlässig. Damit lässt sich das Smartphone schnell zwischen laut, vibrieren und stumm umschalten, ohne das Display einschalten zu müssen. Warum andere Hersteller diese praktische Funktion nicht kopieren, bleibt uns ein Rätsel. Nervig ist allerdings das Kameramodul auf der Rückseite: Es steht deutlich hervor und lässt das Smartphone auf dem Tisch wackeln. Ohne Hülle ist das beim Tippen störend.

Die IP65-Zertifizierung schützt vor Staub und Strahlwasser, aber nicht vor vollständigem Untertauchen. Das ist für 849 Euro enttäuschend, wenn man bedenkt, dass Samsung und Apple in dieser Preisklasse IP68 bieten. Wir haben das Gerät nicht absichtlich ins Wasser geworfen, würden uns damit aber nicht zum Schwimmen trauen. Die Farbvariante in Midnight Ocean sieht edel aus, wirkt aber nicht so auffällig wie die Marketing-Fotos versprechen. Im Alltag erscheint sie eher als dunkles Blau-Grau.

Display

Das 6,82 Zoll große AMOLED-Display mit 120 Hertz Bildwiederholrate gehört zu den Stärken des OnePlus 13. In hellen Räumen zeigt es kräftige Farben ohne übertriebene Sättigung. Die Auflösung von 3168 x 1440 Pixeln sorgt für gestochen scharfe Texte, selbst bei kleiner Schriftgröße. In direktem Sonnenlicht wird es interessant: Wir konnten das Display bei einem Test im Park an einem sonnigen Nachmittag gut ablesen, allerdings mussten wir die Helligkeit manuell hochdrehen. Die automatische Helligkeitsanpassung reagierte oft zu zögerlich und ließ uns geblendet ins Display starren, bevor sie nachjustierte. Das nervt im Alltag, wenn man schnell eine Nachricht lesen will.

Im dunklen Schlafzimmer dimmt das Display angenehm herunter, ohne zu blenden. Der Blaulichtfilter lässt sich stufenlos einstellen und funktioniert gut. Die 120 Hertz Bildwiederholrate ist beim Scrollen durch Instagram oder Twitter spürbar flüssiger als bei 60-Hertz-Displays. Allerdings merkt man den Unterschied nur im direkten Vergleich. Wer von einem älteren Smartphone mit 60 Hertz kommt, wird begeistert sein. Wer bereits ein 120-Hertz-Display gewohnt ist, wird hier nichts Neues erleben.

Ein Kritikpunkt: Der Displayrahmen ist an den Seiten leicht gebogen, was zu Lichtreflexionen führt, wenn man das Smartphone schräg hält. Das ist kein großes Problem, aber bei einem 849-Euro-Gerät hätten wir uns ein komplett flaches Display gewünscht. Die Touch-Empfindlichkeit funktionierte im Test einwandfrei, auch bei feuchten Fingern nach dem Händewaschen.

Leistung im Alltag

Der Snapdragon 8 Elite ist derzeit einer der schnellsten Smartphone-Prozessoren auf dem Markt, und das merkt man im Alltag. Instagram, WhatsApp und Chrome öffnen sich augenblicklich. Wir haben keine merkliche Verzögerung festgestellt, selbst wenn im Hintergrund noch ein Dutzend Apps aktiv waren. Multitasking funktioniert reibungslos: Wir konnten problemlos zwischen einem YouTube-Video, Google Maps Navigation und einer Spotify-Playlist wechseln, ohne dass eine App neu laden musste. Der 12 GB RAM reichen dafür locker aus.

Interessanter wird es bei anspruchsvollen Aufgaben: Wir haben mehrere 4K-Videos direkt auf dem Smartphone geschnitten und dabei keine Ruckler erlebt. Das Rendern eines zweiminütigen Clips dauerte etwa 45 Sekunden, was schneller ist als beim Samsung Galaxy S24 mit Exynos-Prozessor. Gaming-Enthusiasten werden sich freuen: Genshin Impact lief auf höchsten Einstellungen flüssig, allerdings wurde das Smartphone nach 30 Minuten spürbar warm. Die Rückseite erreichte gefühlt 40 Grad, unangenehm wurde es aber nicht. Die Leistung drosselte sich auch nicht, wie wir es von manchen Snapdragon-Vorgängern kennen.

Was uns weniger gefallen hat: OxygenOS, die Android-Oberfläche von OnePlus, wirkt manchmal inkonsistent. Manche Menüs folgen Material You Design-Prinzipien, andere sehen aus wie aus Android 10. Die vorinstallierten Apps halten sich in Grenzen, aber Netflix und eine OnePlus Community App lassen sich nicht deinstallieren, nur deaktivieren. Das ist ärgerlich, aber kein Deal-Breaker. Die Gesichtserkennung funktioniert schnell und zuverlässig, selbst bei schlechtem Licht. Der Fingerabdrucksensor unter dem Display reagiert ebenfalls schnell, verfehlte aber in etwa einer von zwanzig Versuchen unseren Finger.

Im Vergleich zum OnePlus 12 aus dem Vorjahr fühlt sich das OnePlus 13 im Alltag nicht dramatisch schneller an. Beide Geräte öffnen Apps praktisch verzögerungsfrei. Der Unterschied liegt eher in der Zukunftssicherheit: Der Snapdragon 8 Elite wird auch in drei Jahren noch Apps schnell starten, während der Vorgänger-Chip dann vielleicht ins Schwitzen kommt.

Kamera im Alltag

OnePlus wirbt mit Hasselblad-Kooperation, aber im Alltag bedeutet das vor allem einen orangefarbenen Auslöseknopf und einen Hasselblad-Schriftzug in der Kamera-App. Die eigentliche Bildqualität ist durchwachsen. Bei gutem Tageslicht macht die 50-Megapixel-Hauptkamera ordentliche Fotos mit natürlichen Farben. Wir haben am Wochenende Architekturaufnahmen in der Innenstadt gemacht und waren mit der Detailzeichnung zufrieden. Die Farben wirken etwas kühler als bei Samsung-Smartphones, was wir als angenehmer empfinden. Samsung neigt zu übersättigten Farben, die zwar auf Instagram gut aussehen, aber nicht der Realität entsprechen.

Problematisch wird es bei schlechtem Licht: Wir haben beim Abendessen in einem Restaurant mit gedämpfter Beleuchtung Fotos gemacht, und die Ergebnisse waren enttäuschend. Die Bilder zeigen deutliches Bildrauschen, und die Software überschärft Details, sodass Gesichter künstlich wirken. Der Nachtmodus verbessert die Situation, braucht aber drei Sekunden Belichtungszeit. Ohne Stativ werden die Bilder schnell verwackelt. Im Vergleich dazu macht das iPhone 15 Pro oder das Google Pixel 8 Pro in derselben Situation deutlich bessere Fotos ohne langes Warten.

Der Ultraweitwinkel mit ebenfalls 50 Megapixeln liefert bei Tageslicht brauchbare Ergebnisse, zeigt aber an den Bildrändern leichte Verzerrungen. Die Farbabstimmung zwischen Haupt- und Ultraweitwinkelkamera passt nicht immer: Manchmal sind Ultraweitwinkel-Aufnahmen wärmer als Hauptkamera-Fotos derselben Szene. Das ist inkonsistent und stört beim Durchscrollen durch die Fotogalerie. Die Telekamera mit dreifachem optischen Zoom macht ordentliche Aufnahmen, solange genug Licht vorhanden ist. Bei bewölktem Himmel werden Zoom-Fotos schnell matschig und verlieren Details.

Selfies in der Sonne sind überraschend gut: Die 32-Megapixel-Frontkamera meistert Gegenlicht besser als erwartet und belichtet Gesichter gleichmäßig, ohne den Hintergrund komplett auszubrennen. Video-Aufnahmen in 4K sind stabil dank optischer Bildstabilisierung, aber die Audioaufnahme ist mittelmäßig. Bei einem Stadtbummel mit viel Wind klang unsere Stimme dumpf und übersteuert. Insgesamt ist die Kamera des OnePlus 13 solide, aber nicht herausragend. Wer hauptsächlich bei Tageslicht fotografiert, wird zufrieden sein. Wer oft in Restaurants oder abends fotografiert, sollte sich das Google Pixel 8 Pro ansehen.

Akku im Alltag

Der 6000-mAh-Akku ist einer der größten in dieser Preisklasse und hält entsprechend lange durch. Wir haben das OnePlus 13 mit moderater bis intensiver Nutzung getestet: morgens 30 Minuten Pendeln mit Podcast und Nachrichten-Check, tagsüber rund zwei Stunden Social Media und E-Mails, mittags 20 Minuten YouTube-Videos, nachmittags eine Stunde Navigation mit Google Maps und abends nochmal eine Stunde Video-Streaming. Mit diesem Nutzungsprofil kamen wir problemlos durch den Tag und hatten um 22 Uhr noch 25 bis 30 Prozent Restakku. Das ist beeindruckend und deutlich besser als beim Samsung Galaxy S24, das bei gleicher Nutzung gegen 20 Uhr ans Ladegerät musste.

An Tagen mit weniger intensiver Nutzung schaffte das OnePlus 13 sogar eineinhalb Tage ohne Aufladen. Das 100-Watt-Schnellladen funktioniert wie versprochen: Von 20 auf 80 Prozent dauerte es in unserem Test etwa 20 Minuten. Das ist praktisch, wenn man morgens vergessen hat zu laden. Allerdings liegt kein Ladegerät im Lieferumfang bei, was für 849 Euro ärgerlich ist. Wir mussten ein OnePlus-65-Watt-Ladegerät separat kaufen, um die volle Ladegeschwindigkeit zu erreichen. Mit einem Standard-USB-C-Ladegerät dauert das Laden deutlich länger.

Kabelloses Laden wird mit 50 Watt unterstützt, allerdings nur mit OnePlus eigenem Wireless Charger, der nochmal 70 Euro kostet. Mit einem Standard-Qi-Ladegerät lädt das Smartphone nur mit 15 Watt, was einer vollen Ladung etwa zwei Stunden entspricht. Das ist als Notlösung am Schreibtisch okay, aber nicht wirklich schnell. Im Vergleich zu Apple oder Samsung, die kabellose Ladegeschwindigkeiten unabhängig vom Ladegerät bieten, ist das enttäuschend.

Fazit und Kaufempfehlung

Das OnePlus 13 ist ein solides Smartphone mit klaren Stärken und einigen Schwächen. Für 849 Euro bekommt man einen leistungsstarken Prozessor, exzellente Akkulaufzeit und sehr schnelles Laden. Das Display ist hell und flüssig, die Verarbeitung grundsätzlich hochwertig. Wer ein Smartphone für lange Arbeitstage ohne Steckdose sucht und Wert auf schnelles Laden legt, wird hier glücklich. Auch Gaming-Fans bekommen für ihr Geld ordentlich Leistung.

Allerdings gibt es bessere Alternativen, je nachdem was einem wichtig ist: Wer viel fotografiert, vor allem bei schlechtem Licht, sollte sich das Google Pixel 8 Pro ansehen, das für ähnliches Geld eine deutlich bessere Kamera bietet. Wer Wert auf IP68-Schutz und längere Software-Updates legt, fährt mit dem Samsung Galaxy S24 besser, auch wenn dessen Akkulaufzeit schwächer ist. Das iPhone 15 kostet zwar 100 Euro mehr, bietet aber ein konsistenteres Gesamtpaket und längere Updategarantie.

Für wen lohnt sich das OnePlus 13 also? Für preisbewusste Android-Fans, die ein schnelles Smartphone mit hervorragender Akkulaufzeit suchen und bei Kamera-Qualität Kompromisse eingehen können. Wer hauptsächlich bei Tageslicht fotografiert und abends lieber Videos schaut statt Fotos zu machen, wird mit dem OnePlus 13 zufrieden sein. Wer allerdings ein perfekt abgerundetes Flaggschiff ohne Schwächen erwartet, wird hier enttäuscht. OnePlus ist auf dem richtigen Weg zurück zu alter Stärke, aber der letzte Feinschliff fehlt noch. Für 849 Euro hätten wir uns IP68-Schutz, ein Ladegerät im Lieferumfang und eine konsistentere Kamera-Leistung gewünscht.

Technische Daten

Prozessor Qualcomm Snapdragon 8 Elite (4 nm)
Frontkamera 32 MP
Betriebssystem Android 15 / OxygenOS 15
Ram 12 GB / 16 GB / 24 GB LPDDR5T
Akku 6000 mAh, 100 W kabelgebunden, 50 W kabellos, 10 W Reverse
Kamera 50 MP Hasselblad (f/1.6) + 50 MP Ultra-Weitwinkel + 50 MP 3× Teleobjektiv
Display 6,82" LTPO3 AMOLED (3168×1440), 120 Hz adaptiv, 4500 nits
Speicher 256 GB / 512 GB UFS 4.0
Abmessungen 162,6 × 76,0 × 8,9 mm, 210 g
Besonderheit Hasselblad Natural Colour Calibration, Alert Slider

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