MacBook Air M4 13 Zoll
Apple

Apple MacBook Air M4 13 Zoll im Test 2026: Solide Evolution mit altbekannten Schwächen

8.1/10
⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐
Design8.2/10
Leistung8.6/10
Akku8.4/10
Preis/Leistung7.1/10

Einleitung

Wir haben das MacBook Air M4 13 Zoll drei Wochen lang im Redaktionsalltag getestet und dabei vor allem eine Frage im Kopf gehabt: Braucht es wirklich schon wieder ein neues Air-Modell, nur ein Jahr nach dem M3? Apple selbst bezeichnet den M4-Chip als deutlichen Sprung nach vorne, besonders bei der GPU-Leistung und Effizienz. Im Test sollte sich zeigen, ob das in der Praxis spürbar ist oder ob wir es hier mit einer kleinen Evolutionsstufe zu tun haben, die vor allem dem Produktzyklus geschuldet ist.

Überrascht hat uns zunächst die Tatsache, dass Apple nun serienmäßig 16 GB RAM verbaut. Das war längst überfällig, denn 8 GB waren bei einem Einstiegspreis von deutlich über 1000 Euro schlicht nicht mehr zeitgemäß. Interessant ist das MacBook Air M4 vor allem für alle, die ein leichtes, lautloses Arbeitsgerät suchen, das auch anspruchsvollere Aufgaben bewältigen kann. Die Konkurrenz schläft aber nicht: Dell, Lenovo und HP haben ebenfalls sehr kompakte Laptops mit ähnlichen Versprechen im Portfolio, oft zu günstigeren Preisen. Ob Apples Premium-Anspruch die 1299 Euro rechtfertigt, haben wir kritisch geprüft.

Design und Verarbeitung

Das MacBook Air M4 sieht auf den ersten Blick identisch aus wie sein Vorgänger. Wir haben beide Modelle nebeneinander gelegt und mussten zweimal hinschauen, um überhaupt einen Unterschied zu erkennen. Das Unibody-Gehäuse aus recyceltem Aluminium fühlt sich hochwertig an, keine Frage. Mit 1,24 Kilogramm Gewicht ist das Gerät angenehm leicht, besonders im Vergleich zum MacBook Pro 14 Zoll, das mit 1,6 Kilogramm deutlich schwerer in der Tasche liegt. Im direkten Vergleich mit dem Dell XPS 13 Plus sind wir aber bei nahezu identischem Gewicht.

Die Verarbeitung ist tadellos: Keine scharfen Kanten, keine ungleichmäßigen Spaltmaße, nichts knarzt oder gibt nach. Das rechtfertigt den Preis allerdings nur bedingt, denn auch Lenovo liefert bei der ThinkPad X1 Carbon-Serie ähnliche Qualität. Was uns aufgefallen ist: Das Midnight-Farbmodell, das wir getestet haben, zieht Fingerabdrücke magisch an. Nach einem Tag normaler Nutzung sah das Gerät aus, als hätte eine Kindergartengruppe damit gespielt. Apple bewirbt zwar eine spezielle Beschichtung, die dagegen helfen soll, aber im Alltag müssen wir das Gerät täglich mit einem Mikrofasertuch abwischen, wenn es repräsentabel aussehen soll.

Das Scharnier öffnet sich mit einer Hand, hält den Bildschirm aber in jeder Position sicher. Hier merkt man die jahrelange Erfahrung von Apple. Was uns weniger gefällt: Das MacBook Air lässt sich nicht flach auf 180 Grad öffnen. Bei Präsentationen am Schreibtisch, wenn man den Bildschirm jemandem gegenüber zeigen will, ist das unpraktisch. Der maximale Öffnungswinkel liegt bei etwa 130 Grad. Konkurrenten wie das HP Dragonfly schaffen hier mehr Flexibilität. Die Gummifüße an der Unterseite sind minimal erhöht, was für ausreichend Luftzirkulation sorgt. Thermische Probleme hatten wir im Test trotz passiver Kühlung keine.

Display

Das 13,6-Zoll-Display löst mit 2560 x 1664 Pixeln auf und nutzt Apples Liquid Retina Technologie. Im Alltag bedeutet das: Texte sind gestochen scharf, Fotos sehen knackig aus. Die maximale Helligkeit gibt Apple mit 500 Nits an. Wir haben das Gerät an einem sonnigen Nachmittag auf der Terrasse genutzt, und hier zeigt sich eine Schwäche: Bei direkter Sonneneinstrahlung mussten wir die Helligkeit auf Maximum stellen und trotzdem die Position mehrmals anpassen, weil Reflexionen das Arbeiten erschwerten. Das Dell XPS 13 mit seinem OLED-Display ist hier im Vorteil, ebenso Laptops mit matten Displays.

In Innenräumen ist die Helligkeit völlig ausreichend. Im abgedunkelten Raum lässt sich das Display angenehm weit herunterregeln, sodass auch spätes Arbeiten im Bett nicht zur Augenbelastung wird. Die Farbdarstellung ist exzellent: Wir haben Fotos bearbeitet und Videos geschnitten, und die Farben wirkten natürlich und differenziert. Apple gibt einen P3-Farbraum an, was für professionelle Ansprüche reicht. True Tone passt die Farbtemperatur automatisch ans Umgebungslicht an, was im Alltag angenehm ist, bei Bildbearbeitung aber deaktiviert werden sollte.

Was fehlt: Eine höhere Bildwiederholrate. Das Display läuft mit 60 Hz, während viele Windows-Laptops in dieser Preisklasse mittlerweile 90 oder 120 Hz bieten. Im direkten Vergleich mit einem MacBook Pro mit ProMotion-Display fällt das Scrollen spürbar weniger flüssig aus. Für Office-Arbeit und Surfen ist das kein Dealbreaker, aber wer einmal an 120 Hz gewöhnt ist, vermisst es. Die Notch am oberen Bildschirmrand stört uns nach wie vor. Sie schluckt Platz in der Menüleiste, und ästhetisch ist sie auch 2025 noch keine gelungene Lösung.

Leistung im Alltag

Der M4-Chip soll laut Apple bis zu 25 Prozent schneller sein als der M3. Benchmark-Zahlen interessieren uns weniger als die Frage: Merkt man das im Alltag? Wir haben das MacBook Air M4 als Hauptarbeitsgerät genutzt: E-Mails, Browser mit 20 bis 30 offenen Tabs, Photoshop, Lightroom, gelegentlich Final Cut Pro. Die kurze Antwort: Ja, das Gerät ist schnell. Apps öffnen sich praktisch sofort, Safari startet in unter einer Sekunde, selbst große Excel-Tabellen mit mehreren tausend Zeilen reagieren flüssig.

Instagram, YouTube und andere Web-Apps laufen ohne Verzögerung. Wir haben parallel Slack, mehrere Chrome-Tabs, Spotify und Apple Mail laufen lassen – kein Problem. Was uns positiv überrascht hat: Auch bei anspruchsvolleren Aufgaben bleibt das Gerät kühl und vor allem komplett lautlos. Wir haben ein 4K-Video mit 15 Minuten Länge in Final Cut Pro geschnitten und exportiert. Der Export dauerte knapp vier Minuten, und das MacBook wurde dabei handwarm, aber nie unangenehm heiß. Zum Vergleich: Das alte MacBook Air M1 brauchte für die gleiche Aufgabe knapp sieben Minuten und wurde deutlich wärmer.

Wo das MacBook Air M4 an seine Grenzen stößt: Bei wirklich professionellen Workflows mit 3D-Rendering oder sehr langen Video-Exports. Hier drosselt der Chip nach etwa zehn Minuten unter Volllast merklich, weil die passive Kühlung einfach nicht genug Wärme abführen kann. Für YouTube-Videos oder Urlaubsfilme ist das Air mehr als ausreichend. Wer täglich stundenlang rendert, sollte zum MacBook Pro mit aktiver Kühlung greifen. Die 16 GB RAM sind für die meisten Alltagsaufgaben ausreichend, wir hatten auch bei intensivem Multitasking keine Speicherengpässe. Nur bei Photoshop mit sehr großen Dateien über 500 MB und vielen Ebenen merkten wir gelegentlich leichte Verzögerungen. Wer regelmäßig mit solchen Dateien arbeitet, sollte über die 24-GB-Variante nachdenken.

Die SSD-Geschwindigkeit ist hervorragend. Große Dateien kopieren sich mit über 2500 MB/s, was im Alltag bedeutet: Ein 8-GB-Ordner mit Fotos ist in drei Sekunden übertragen. Hier spielt das MacBook Air in der obersten Liga mit. Was uns im Test aufgefallen ist: Die Grafikleistung hat tatsächlich spürbar zugelegt. Wir haben testweise einige nicht allzu anspruchsvolle Spiele ausprobiert – Baldur's Gate 3 lief in mittleren Einstellungen mit stabilen 45 bis 50 fps. Das ist kein Gaming-Laptop, aber für gelegentliches Spielen durchaus brauchbar.

Tastatur, Trackpad und Alltagsergonomie

Die Magic Keyboard-Tastatur kennen wir bereits aus den Vorgängermodellen, und sie bleibt eine der besten Laptop-Tastaturen auf dem Markt. Der Tastenhub beträgt etwa einen Millimeter, der Druckpunkt ist klar definiert, und das Tippgefühl ist auch nach mehreren Stunden Arbeit angenehm. Wir haben an einem Tag einen 4000-Wörter-Artikel geschrieben, und unsere Finger fühlten sich danach nicht ermüdet an. Die Geräuschentwicklung ist moderat – leiser als mechanische Tastaturen, aber nicht so flüsterleise wie manche ThinkPad-Modelle. In einer ruhigen Bibliothek fällt das Tippen durchaus auf.

Was uns weniger gefällt: Die Funktionstastenreihe ist nach wie vor halbhohe Tasten, die sich nicht so gut ertasten lassen wie normale Tasten. Die Touch ID im Power-Button funktioniert zuverlässig und schnell, ist aber etwas klein geraten. Mit großen Fingern muss man ziemlich präzise sein. Die Tastenbeleuchtung passt sich automatisch ans Umgebungslicht an und ist ausreichend hell, ohne zu blenden. Ein Detail, das nervt: Die Helligkeitsstufen lassen sich nur in relativ groben Schritten anpassen.

Das Force Touch Trackpad ist mit 11,9 cm Breite großzügig dimensioniert und gehört zum Besten, was der Laptop-Markt zu bieten hat. Multi-Touch-Gesten wie Drei-Finger-Wischen zum App-Wechsel oder Vier-Finger-Pinch für die Übersicht funktionieren präzise und flüssig. Selbst bei schnellen Gesten verschluckt das Trackpad keine Eingaben. Der haptische Feedback fühlt sich natürlich an, obwohl es sich technisch nicht wirklich bewegt. Im Vergleich zu Windows-Laptops wie dem Dell XPS oder HP Spectre liegt das MacBook hier deutlich vorn – nur das Surface Laptop kommt in die Nähe.

Die Anschlusssituation ist weiterhin mager: Zwei USB-C/Thunderbolt-4-Ports auf der linken Seite, ein 3,5-mm-Klinkenanschluss rechts, dazu der MagSafe-3-Ladeanschluss. Das war es. Für ein 1299-Euro-Gerät ist das 2025 einfach zu wenig. Wir brauchten permanent einen USB-C-Hub, um externe Festplatten, einen Monitor und ein USB-A-Gerät gleichzeitig anzuschließen. Das nervt im Alltag massiv. Zum Vergleich: Viele Windows-Laptops bieten USB-A, HDMI und SD-Kartenleser direkt am Gerät. Hier spart Apple am falschen Ende.

Lüfterlärm gibt es naturgemäß nicht, da das MacBook Air passiv gekühlt ist. Das ist einer der größten Pluspunkte: Selbst unter Last arbeitet das Gerät komplett lautlos. Wer in ruhigen Umgebungen arbeitet oder sich an Lüftergeräuschen stört, wird das sehr schätzen. Die Lautsprecher sind für die Gerätegröße überraschend gut. Sie werden ausreichend laut und klingen auch bei höheren Lautstärken nicht blechern. Für YouTube-Videos, Spotify oder Videocalls sind sie völlig ausreichend, aber für Filmabende würden wir trotzdem externe Lautsprecher empfehlen. Der Klang hat wenig Bass und klingt etwas dünn.

Akku im Alltag

Apple verspricht bis zu 18 Stunden Videowiedergabe. Im Redaktionsalltag sieht die Realität naturgemäß anders aus. Wir haben das MacBook Air an einem typischen Arbeitstag ab 9 Uhr morgens genutzt: E-Mails, Browser mit vielen Tabs, Spotify im Hintergrund, zwischendurch YouTube-Videos, Photoshop für Bildbearbeitung, insgesamt etwa neun Stunden aktive Nutzung. Um 18 Uhr zeigte die Akkuanzeige noch 23 Prozent. Das ist solide, reicht also locker für einen normalen Arbeitstag. Bis 22 Uhr mit gelegentlicher Abendnutzung haben wir es nicht geschafft – gegen 20 Uhr mussten wir ans Ladegerät.

Bei intensiverer Nutzung mit Videobearbeitung und Export sank die Laufzeit deutlich. Nach drei Stunden Final Cut Pro mit einem 4K-Export war der Akku von 100 auf 38 Prozent gefallen. Das ist immer noch respektabel, zeigt aber: Wer rechenintensive Aufgaben mobil erledigen will, sollte das Netzteil einpacken. Im Vergleich zum MacBook Air M3 haben wir im Alltagstest etwa 30 bis 45 Minuten längere Laufzeit gemessen – ein Fortschritt, aber kein Quantensprung.

Beim Laden zeigt sich ein Vorteil des MagSafe-3-Anschlusses: Das magnetische Kabel rastet sicher ein und löst sich bei Zug am Kabel, ohne das Gerät vom Tisch zu reißen. Praktisch im Alltag. Das mitgelieferte 30-Watt-Netzteil lädt das MacBook von 20 auf 80 Prozent in etwa 80 Minuten. Das ist in Ordnung, aber nicht besonders schnell. Mit dem optional erhältlichen 67-Watt-Netzteil verkürzt sich die Ladezeit auf etwa 50 Minuten. Drahtloses Laden gibt es nicht, was bei einem Laptop auch keine große Rolle spielt.

Was uns im Test aufgefallen ist: Der Akku hält seine Ladung auch im Standby sehr gut. Nach einem Wochenende ohne Nutzung waren noch 92 Prozent vorhanden. Hier zeigt sich die Effizienz der ARM-Architektur. Windows-Laptops mit Intel- oder AMD-Chips verlieren im Standby oft deutlich mehr Energie. Im direkten Vergleich mit dem Dell XPS 13 liegt das MacBook Air etwa gleichauf bei der Akkulaufzeit, während das Lenovo ThinkPad X1 Carbon Gen 12 im Test etwa eine Stunde früher schlapp machte.

Fazit und Kaufempfehlung

Das MacBook Air M4 ist ein sehr gutes Arbeitsgerät für alle, die ein leichtes, lautloses Notebook für Office-Aufgaben, Bildbearbeitung und gelegentlichen Videoschnitt suchen. Die Leistung ist mehr als ausreichend für die allermeisten Alltagsszenarien, die Verarbeitung ist hochwertig, und die Akkulaufzeit liegt auf einem guten Niveau. Der M4-Chip bringt spürbare Verbesserungen gegenüber dem M3, vor allem bei Grafik-lastigen Aufgaben und der Effizienz.

Allerdings gibt es deutliche Schwächen, die den Preis von 1299 Euro kritisch erscheinen lassen. Die Anschlusssituation ist für 2025 schlicht unzureichend – zwei USB-C-Ports sind zu wenig, ein Hub wird zum permanenten Begleiter. Das Display mit 60 Hz wirkt nicht mehr zeitgemäß, wenn Konkurrenten in dieser Preisklasse 90 oder 120 Hz bieten. Und das Midnight-Farbmodell ist im Alltag schlicht unpraktisch wegen der Fingerabdrücke. Wer das Air kauft, sollte zu Silber oder Polarstern greifen.

Für wen lohnt sich der Kauf? Wer bereits im Apple-Ökosystem unterwegs ist, ein leichtes Arbeitsgerät sucht und Wert auf Lautlosigkeit legt, macht mit dem MacBook Air M4 wenig falsch. Auch für Studierende oder Vielreisende ist es eine gute Wahl. Für wen lohnt es sich nicht? Wer viele Anschlüsse braucht, professionell Videos rendert oder ein Gaming-fähiges Gerät sucht, sollte woanders schauen. Auch wer bereits ein MacBook Air M3 besitzt, kann getrost noch ein bis zwei Jahre warten – der Sprung ist nicht groß genug für ein Upgrade.

Alternativen in der Preisklasse: Das Dell XPS 13 Plus bietet ein OLED-Display und moderneres Design für ähnliches Geld. Das Lenovo ThinkPad X1 Carbon punktet mit besserer Anschlussvielfalt und hervorragender Tastatur. Das Microsoft Surface Laptop 6 ist eine gute Windows-Alternative für alle, die im Microsoft-Ökosystem arbeiten. Wer bei Apple bleiben will, sollte auch einen Blick auf das MacBook Air M3 werfen – mit etwas Glück bekommt man es mittlerweile 200 Euro günstiger, und der Leistungsunterschied ist im Alltag marginal. Unser Fazit: Ein gutes Gerät, aber kein Pflichtkauf.

Technische Daten

Ram 16 GB
Gewicht 1.24 kg
Akku 18h
Chip Apple M4 (10-Core CPU, 10-Core GPU)
Display 13.6 Zoll Liquid Retina
Speicher 256 GB SSD
Anschluesse MagSafe 3, 2x Thunderbolt 4, AUX

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