Garmin Forerunner 265
Garmin

Garmin Forerunner 265 im Test 2026: Hervorragende Laufuhr mit AMOLED, aber kein Smartwatch-Ersatz

7.8/10
⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐
Design6.5/10
Leistung8.5/10
Akku9.0/10
Preis/Leistung7.0/10

Einleitung

Wir haben die Garmin Forerunner 265 drei Wochen lang beim Laufen, im Alltag und auf Reisen getestet. Garmin positioniert diese Uhr als Mittelklasse-Laufuhr für ambitionierte Hobbyläufer, die mehr wollen als eine einfache Fitness-Uhr, aber nicht die 700 Euro für eine Fenix ausgeben möchten. Das Versprechen: AMOLED-Display statt des üblichen Memory-in-Pixel-Displays, umfassende Trainingsmetriken und eine Akkulaufzeit, die trotz hellem Bildschirm nicht zusammenbricht. Mit 449 Euro liegt die Uhr genau zwischen der günstigeren Forerunner 165 und den Premium-Modellen. Was uns sofort auffiel: Garmin hat tatsächlich erstmals ein AMOLED-Display verbaut, was bei dieser Marke eine kleine Revolution ist. Die meisten Garmin-Uhren setzen auf transflektive Displays, die bei Sonne gut ablesbar sind, aber farblich blass wirken. Hier geht Garmin einen anderen Weg. Überrascht hat uns die Fülle an Metriken, die schnell überwältigend wird. Wer einfach nur joggen möchte, wird hier erschlagen. Wer aber seine VO2max kennen und Trainingszustand analysieren will, bekommt Profi-Werkzeug. Die Frage ist: Rechtfertigt das den Preis gegenüber einer Apple Watch Series 9 oder Polar Pacer Pro?

Design und Verarbeitung

Die Forerunner 265 wiegt 47 Gramm und trägt sich damit spürbar leichter als eine Apple Watch Series 9 mit 52 Gramm oder eine Fenix 7 mit fast 80 Gramm. Das Gehäuse besteht aus faserverstärktem Polymer, was nach Plastik klingt und sich auch so anfühlt. Für 449 Euro hätten wir uns zumindest eine Metalllünette gewünscht. Die Polar Vantage V2 für ähnliches Geld macht hier einen wertigeren Eindruck. Das Silikonarmband ist weich und angenehm, sammelt aber bei schweißtreibenden Läufen Feussel und Dreck. Nach zwei Wochen mussten wir es das erste Mal gründlich reinigen. Positiv: Das Band lässt sich werkzeuglos wechseln, Garmin bietet ein riesiges Zubehör-Sortiment.

Am Gehäuse befinden sich fünf Tasten, keine davon mit Drehkrone. Wir fanden das anfangs umständlich, gewöhnten uns aber schnell daran. Die Tasten haben einen klaren Druckpunkt und funktionieren auch mit nassen Fingern zuverlässig. Das ist beim Touchscreen nicht immer der Fall, dazu später mehr. Das Display sitzt leicht vertieft, geschützt durch Corning Gorilla Glass 3. Nach drei Wochen intensiver Nutzung zeigten sich keine Kratzer, aber das ist auch kein Härtetest über Monate.

Was uns nervt: Die Uhr wirkt klobig am schmalen Handgelenk. Mit 12,9 Millimetern Bauhöhe steht sie deutlich ab und verfängt sich gelegentlich in Hemdsärmeln. Die Coros Pace 3 ist hier mit 11,7 Millimetern flacher. Der Pulsmesser auf der Rückseite ragt leicht hervor, was bei intensiven Armübungen im Fitnessstudio manchmal unangenehm drückt. Insgesamt fühlt sich die Uhr solide an, aber nicht nach 449 Euro. Hier zahlt man für die Technik, nicht fürs Material.

Display

Das 1,3 Zoll AMOLED-Display mit 416 x 416 Pixeln ist der Hauptunterschied zum Vorgänger Forerunner 255, der noch auf ein transflektives MIP-Display setzte. Wir haben beide Uhren parallel getestet: Der Unterschied ist enorm. Farben leuchten satt, Kontraste sind knackig, bei Dunkelheit ist alles perfekt ablesbar. Garmin gibt eine Helligkeit von bis zu 1000 Nits an. Im direkten Sonnenlicht beim Mittagslauf konnten wir alle Werte problemlos ablesen, auch ohne die Hand zu beschatten. Die automatische Helligkeitsregelung funktionierte in 90 Prozent der Fälle gut, nur beim Wechsel von draußen nach drinnen dauerte die Anpassung manchmal zwei bis drei Sekunden zu lang.

Ein Problem zeigte sich allerdings bei schrägem Lichteinfall: Das AMOLED reflektiert stärker als ein MIP-Display. Bei tiefstehender Sonne beim Abendlauf mussten wir den Arm manchmal anders halten, um Spiegelungen zu vermeiden. Das kennen wir von der Apple Watch, aber nicht von klassischen Garmin-Uhren. Wer viel bei wechselnden Lichtverhältnissen läuft, muss sich daran gewöhnen. Die Bildwiederholrate ist spürbar flüssiger als bei älteren Garmin-Modellen. Scrollen durch Menüs wirkt geschmeidig, keine Ruckler. Allerdings: Der Touchscreen reagiert bei Regen oder verschwitzt manchmal verzögert. Wir haben uns angewöhnt, bei Läufen primär die Tasten zu nutzen. Das funktioniert zuverlässiger als Touch. Im Always-On-Modus zeigt die Uhr permanent die Uhrzeit, allerdings in reduzierter Helligkeit. Das kostet Akku, ist aber praktisch.

Leistung im Alltag

Hier müssen wir klarstellen: Die Forerunner 265 ist keine Smartwatch im klassischen Sinn. Es gibt kein Instagram, kein WhatsApp mit vollwertiger Tastatur, kein Spotify-Streaming ohne Download. Das ist eine Sportuhr mit smarten Funktionen. Wir bekommen Benachrichtigungen vom Smartphone, können vorinstallierte Antworten auf Textnachrichten senden, aber das war es auch. Wer eine echte Smartwatch will, ist bei Apple oder Samsung besser aufgehoben.

Was die Uhr kann: GPS-Tracking starten, Musik vom internen Speicher abspielen, Garmin Pay nutzen, Trainingsmetriken analysieren. Das GPS-Signal wurde in unseren Tests innerhalb von 5 bis 15 Sekunden gefunden, je nach Umgebung. In der Großstadt zwischen Hochhäusern dauerte es länger, auf freiem Feld war es blitzschnell. Die Genauigkeit war sehr gut: Wir haben dieselbe Laufstrecke mit einer Polar Vantage V2 aufgezeichnet, die Abweichung betrug maximal 20 Meter auf 10 Kilometer. Das ist hervorragend.

Die Uhr wird im Betrieb nicht warm, selbst nach zweistündigen Läufen mit GPS und Musik bleibt sie kühl. Die Menüführung ist schnell, aber komplex. Wir brauchten eine Woche, um alle wichtigen Funktionen zu finden. Garmin versteckt viele Features in Untermenüs. Ein Beispiel: Um die Trainingsbelastung der letzten Woche zu sehen, müssen wir: Menü öffnen, Training, Trainingszustand, nach unten scrollen. Das sind vier Schritte für eine wichtige Metrik. Andere Hersteller wie Polar zeigen das prominenter. Was uns genervt hat: Die Synchronisation mit der Garmin Connect App dauert manchmal bis zu 30 Sekunden nach einem Lauf. Die Coros-App ist hier deutlich flotter.

Positiv überrascht hat uns die Schlafanalyse. Wir haben die Uhr nachts getragen, sie ist leicht genug, um nicht zu stören. Die Daten zu Schlafphasen, HRV und Erholungsstatus erschienen plausibel und deckten sich mit unserem subjektiven Empfinden. Ob die Metriken wissenschaftlich exakt sind, können wir nicht beurteilen, aber sie sind konsistent und hilfreich für Trainingsplanung.

Kamera im Alltag

Die Garmin Forerunner 265 hat keine Kamera. Das ist eine Sportuhr, keine Smartwatch mit Kamerafunktion. Dieser Abschnitt entfällt daher.

Wer Fotos direkt von der Uhr aus machen möchte, muss zu einer Apple Watch oder Galaxy Watch greifen. Die Forerunner konzentriert sich ausschließlich auf Fitness- und Gesundheitsfunktionen. Das ist kein Nachteil, sondern eine bewusste Designentscheidung. Die fehlende Kamera hält die Uhr kompakt, den Akku ausdauernd und die Kosten niedriger.

Was die Uhr stattdessen bietet: eine Fernbedienungsfunktion für die Smartphone-Kamera. Wir können über die Uhr die Kamera-App des Telefons starten und auslösen. Das funktionierte im Test mit einem Android-Smartphone zuverlässig, ist aber eher eine Spielerei. Die Verzögerung zwischen Tastendruck und Auslösung betrug etwa eine Sekunde, für spontane Schnappschüsse zu langsam.

Wer eine Sportuhr mit Kamera sucht, wird bei Garmin generell nicht fündig. Alle Forerunner-, Fenix- und Venu-Modelle verzichten auf diese Funktion. Das ist Philosophie: Garmin baut Werkzeuge für Sportler, keine Lifestyle-Gadgets. Wir finden das in Ordnung, aber es muss klar sein, bevor man kauft.

Akku im Alltag

Garmin verspricht 13 Tage Akkulaufzeit im Smartwatch-Modus. In unseren Tests erreichten wir 10 bis 11 Tage bei folgender Nutzung: Always-On-Display aktiviert, täglich eine Stunde GPS-Tracking beim Laufen, Pulsmessung rund um die Uhr, Schlaftracking, etwa 30 Benachrichtigungen pro Tag. Das ist deutlich weniger als versprochen, aber immer noch hervorragend. Eine Apple Watch Series 9 hält gerade mal 18 Stunden durch, die Forerunner schafft mehr als die zehnfache Laufzeit.

Wer das Always-On-Display deaktiviert und nur dreimal pro Woche läuft, kommt locker auf die versprochenen 13 Tage. Im reinen GPS-Modus ohne Musik hielt die Uhr bei uns 18 Stunden durch, mit Musik etwa 12 Stunden. Das reicht für einen Marathon oder Ultra-Trail. Die Polar Pacer Pro hält hier etwas länger durch, aber der Unterschied ist marginal.

Das Laden dauerte in unseren Tests von 10 auf 100 Prozent etwa 75 Minuten über das proprietäre Garmin-Kabel. Von 20 auf 80 Prozent waren es etwa 45 Minuten. Das ist nicht besonders schnell, aber da man nur alle anderthalb Wochen laden muss, verschmerzbar. Drahtloses Laden gibt es nicht, was 2026 schon etwas altmodisch wirkt. Das Ladekabel ist kurz und hat einen Klemmverschluss, der fest hält, aber fummelig anzubringen ist. Wir mussten manchmal zweimal ansetzen, bis es richtig saß. Ein magnetisches System wie bei der Apple Watch wäre komfortabler.

Fazit und Kaufempfehlung

Die Garmin Forerunner 265 ist eine exzellente Laufuhr für Sportler, die ihre Leistung ernsthaft analysieren wollen. Das AMOLED-Display ist ein echter Fortschritt gegenüber älteren Garmin-Modellen, die Akkulaufzeit trotz hellem Bildschirm beeindruckend. Wer regelmäßig läuft, Rad fährt oder schwimmt und Wert auf präzise Metriken legt, bekommt hier ein zuverlässiges Werkzeug. Die GPS-Genauigkeit ist hervorragend, die Fülle an Trainingsdaten enorm.

Aber: Für 449 Euro wirkt die Verarbeitung zu plastiklastig. Die Polar Vantage V2 für ähnliches Geld fühlt sich wertiger an, bietet aber weniger Funktionen. Wer eine echte Smartwatch mit Apps, Kamera-Steuerung und vollwertigem Ökosystem will, sollte zur Apple Watch Series 9 oder Samsung Galaxy Watch 6 greifen. Die kosten zwar ähnlich, halten aber nur einen Tag durch. Die Forerunner ist eine Sportuhr mit Smart-Funktionen, keine Smartwatch mit Sport-Funktionen.

Kaufempfehlung: Ja, für ambitionierte Läufer und Triathleten, die täglich trainieren und ihre Leistung optimieren wollen. Nein für Gelegenheitssportler, die nur ab und zu joggen. Denen reicht die Forerunner 165 für 250 Euro oder eine Coros Pace 3 für 230 Euro. Auch nein für Smartphone-Ersatz-Suchende. Wer viele Apps und Kommunikation am Handgelenk braucht, ist mit einer klassischen Smartwatch besser bedient. Die Forerunner 265 ist ein Spezialist, kein Allrounder. Wer das akzeptiert, bekommt eines der besten Laufuhr-Pakete unter 500 Euro.

Technische Daten

Gewicht 47g
Gps Multi-Band GPS/GNSS
Akku 13 Tage Smartwatch, 20h GPS
Display 1.3 Zoll AMOLED, 416x416px
Training VO2max, Trainingsbelastung, Erholungszeit
Wasserdicht 5 ATM

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